Rezension: Pädagogisches Neusprech

Axel Bernd Kunze rezensiert in der aktuellen PROFIL-Ausgabe des Deutschen Philologenverbandes den Band:

Karl-Heinz Dammer, Anne Kirschner (Hgg.): Pädagogisches Neusprech. Zur Kritik aktueller Leitbegriffe (Pädagogik kontrovers), Stuttgart: W. Kohlhammer 2023, 260 Seiten, 36 Euro

Axel Bernd Kunze (Rez.): Pädagogisches Neusprech. Zur Kritik aktueller Leitbegriffe, in:

Profil. Das Magazin für Gymnasium und Gesellschaft (2023), Heft 12, S. 38 – 40.

Neuerscheinung: Menschenwürde im Intensivstaat? – Jetzt erhältlich.

Seit 20. Dezember 2023 im Buchhandel erhältlich:

Oleg Dik, Jan Dochhorn, Axel Bernd Kunze: Menschenwürde im Intensivstaat? Theologische Reflexionen zur Coronakrise (Philosophie interdisziplinär; 54, hg. v. Harald Schwaetzer und Henrieke Stahl), Regensburg: S. Roderer 2023, 258 Seiten.

mit folgenden Beiträgen:

  • Vorwort
  • Jan Dochhorn: Einführung: Von einer Tagesordnung zu der anderen
  • Axel Bernd Kunze: Gesprächsstörungen. Eine sozial- und bildungsethische Ursachensuche im Angesicht der Coronakrise
  • Jan Dochhorn: Paradoxologia Theologica. Ansätze zu einer Gesellschaftskritik aus theologischer Sicht angesichts der Coronakrise
  • Oleg Dik: Die zerrissene Menschenwürde. Corona als Symptom einer theologischen Krise
  • Axel Bernd Kunze: Intensivstaat und zivilgesellschaftliche Staatsbedürftigkeit. Sozial- und freiheitsethische Betrachtungen zum Staatsverständnis (nicht nur) in Coronazeiten.

Aus der Verlagsankündigung:

„Der Einzelne hätte keinen Arbeitsplatz mehr“. So kommentierte Ende 2021 der Justizminister von Nordrhein-Westfalen, Peter Biesenbach (CDU), seinen Vorschlag, 2G am Arbeitsplatz einzuführen. Die drei Autoren dieses Bandes interessieren sich für diesen Einzelnen und erörtern aus theologischer Perspektive, wie es dazu kommen konnte, dass man in der Coronakrise so über ihn redete. Oleg Dik identifiziert eine unbewusste Dynamik in der Gesellschaft, eine Strategie des Ekels gegen das Abweichende, und setzt ihr die gemeinschaftsbildende Kraft der Eucharistie entgegen. Jan Dochhorn identifiziert eine Tragik des Gesellschaftlichen: Wider ihren Willen und ohne Verstehen realisiert Gesellschaft immer wieder das Gegenteil handlungsleitender Ideale – entsprechend dem, was Paulus über den sündunterworfenen Menschen schreibt. Gesellschaft ist nicht als der Ort von Emanzipation zu sehen, sondern ist ein Götze geworden, eine divinisierte Bezugsgröße von Erlösungs- und Bedrohungs¬phantasien. Axel Bernd Kunze behandelt das Paradox, dass wir nach Zeiten der Staatsvergessenheit mit der Coronakrise unversehens mit einem Intensivstaat zu tun hatten (und zunehmend weiter haben); er sucht in einem weiteren Beitrag nach Bedingungen für eine gesellschaftliche Versöhnung.

Neugründung: Bündnis Beitragszahler – für mehr Finanzkontrolle und Demokratie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Dezember 2023 : Neue Bürgerinitiative wehrt sich gegen Umerziehung durch den ÖRR

Unter dem Dach der Atlas Initiative ist eine neue Bürgerbewegung „Bündnis Beitragszahler“ angetreten, den Missbrauch des öffentlich-rechtlichen deutschen Rundfunks zur Umerziehung der Beitragszahler und als Selbstbedienungsladen des Führungspersonals zu beenden. „Wir erzeugen Druck auf die Politik, um weitere Beitragserhöhungen zu stoppen und die Verantwortlichen zur Räson zu rufen,“ sagt das Führungstrio Konrad Adam, Walter Krämer und Josef Kraus. „Es ist in höchstem Grade undemokratisch, dass sich die veröffentlichte deutsche Meinung zu so großen Teilen aus einer einzigen rot-grünen ideologischen Quelle speist und alternative Standpunkte unterschlagen oder verfälscht berichtet werden.“

Dadurch würde Artikel 5 des Grundgesetzes teilweise ausser Kraft gesetzt (§1: „Jeder hat das Recht,…sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten“) und die dem ÖRR höchstrichterlich zugestandenen Privilegien würden brutal missbraucht. Parallel betreibt das Bündnis deshalb auch einen Appell an das Bundesverfassungsgericht, die Politik an das Grundgesetz und den daraus im Medienstaatsvertrages abgeleiteten Auftrag zu erinnern „einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben“ (§ 26 MStV). Der finde derzeit nicht mehr statt. Stattdessen werde auf den öffentlich-rechtlichen Wellen und Kanälen eine sehr einseitige Weltsicht propagiert. In einer Umfrage unter ARD-Volontären vor der letzten Bundestagswahl gaben 57% der Befragten an, die Grünen zu wählen, 23% wählten die Linken, 12% die SPD. Auf Union und FDP zusammen entfielen rund 4%. Aber auch in den höheren Positionen sind konservative oder liberale Ansichten kaum noch vertreten. Dies soll nach dem Willen des Bündnis‘ Beitragszahler anders werden.

Das Gründungsmanifest kann unter www.rote-karte-staatsfunk.de mitgezeichnet werden.

Mehr unter: www.rote-karte-staatsfunk.de

Kontakt: Prof. Dr. Walter Krämer – walterk@statistik.tu-dortmund.de

Die Atlas Initiative ist ein gemeinnütziger und parteiübergreifender Verein, der die Werte unserer freiheitlichen-demokratischen Grundordnung aktiv fördert und unterstützt.

Spendenkonto: Atlas – Förderung der Initiative für Recht und Freiheit e.V.
Frankfurter Sparkasse, IBAN: DE56 5005 0201 0200 6987 29, BIC: HELADEF1822

Quelle: Pressemitteilung Atlas – Förderung der Initiative für Recht und Freiheit e. V.

Aus aktuellem Anlass: Bayerischer Kreuzerlass wurde bestätigt

Wir haben uns daran gewöhnt, in einem stabilen, demokratischen Rechts-, Sozial- und Kulturstaat zu leben. Doch selbstverständlich ist das keineswegs. Und so tun wir alle gut daran, mit den kulturellen Grundlagen unseres Staatswesens nicht allzu sorglos umzugehen. Daher ist es erfreutlich, dass gegen zahlreiche anderslautende Stimmen aus Zivilgesellschaft, aber auch Kirchen der Kreuzerlass in Bayern nun gerichtlich bestätigt worden ist. Ob sein Urheber darüber glücklich ist, steht auf einem anderen Blick; zwischenzeitlich hatte er sich in Aussagen schon deutlich von diesem wieder distanziert.

Das Kreuz im Gerichtsgebäude erinnert auch im säkularen Staat daran, dass irdische Gerechtigkeit immer fehlbar bleibt und wir noch einer anderen Instanz, nennen wir sie Gott oder Gewissen, verantwortlich bleiben. Ankläger und Zeugen werden daran erinnert, nicht leichtfertig oder gar falsch Zeugnis gegen andere abzulegen, Richter daran, das Recht nicht zu beugen oder vorschnell Urteile zu sprechen.

Das Kreuz in Amtsgebäuden, erinnert daran, dass jeder Einzelne eine unveräußerliche Würde besitzt. Im sozialen Rechtsstaat wird diese in der Anerkennung vorstaatlicher Menschenrechte konkret. Allerdings kann der Wille zum Recht rechtsimmanent allein nicht gesichert werden. Ein formaler Verfassungspatriotismus genügt als Ethos nicht, um die Menschenrechte dauerhaft zu sichern. Hierfür braucht es eine tiefergehende religiöse oder ethische Motivation.

Das Kreuz steht für die kulturellen Wurzeln, aus denen unser demokratischer Rechts-, Sozial- und Kulturstaat lebt. Es ist kein Missbrauch des Kreuzes oder die Enteignung einer Religion, wenn sich unser Staat auf diese Wurzeln besinnt und diese im öffentlichen Raum präsent hält. Er wird dadurch auch nicht übergriffig, sofern er nicht den Einzelnen zu religiösen Bekenntnisakten zwingt. Intoleranz gegenüber Religion entsteht im Gegenteil leichter dort, wo diese als etwas Bedrohliches erscheint und öffentlich nicht mehr verstanden wird. Der Staat verletzt auch nicht die notwendige Pluralität unserer Gesellschaft oder das Toleranzgebot, wenn seine Akteure darauf hinweisen, dass die kulturellen Grundlagen des Gemeinwesens und die Identität des Staatsvolkes nicht beliebig austauschbar sind. Ja, selbst der Streit über das Kreuz als religiöses und kulturelles Symbol setzt die besondere abendländische Prägung voraus, wie sie sich in der Trennung von religiöser und politischer Sphäre bei gleichzeitiger Kooperation beider Gewalten äußert.

Das Kreuz zwingt staatliches Handeln zur Demut und bewahrt vor der Versuchung des Totalitarismus. Die rechtmäßige, in biblischer und sozialethischer Tradition gut begründete Gewalt des Staates bedarf normativer Grundlagen, wenn sie nicht zum Unrecht einer Räuberbande mutieren soll. Das Kreuz bleibt aber auch eine Anfrage an die Kirche, die sich vor allzu vorschnellen politischen Heilsgewissheiten in vorletzten Fragen hüten sollte. Ganz aktuell hat der Kirchentag in Nürnberg gezeigt, wie virulent diese Versuchung für die Kirchen ist.

Das Kreuz ist öffentlich, weil auch der Tod Jesu ein öffentliches Ereignis war. Das Kreuz ist politisch relevant, weil es aus christlicher Sicht eine Wahrheit über Gott und den Menschen ausdrückt. Es ist aber nicht parteipolitisch, so als könnten aus ihm eins zu eins Forderungen für die Tagespolitik abgeleitet werden. Das Kreuz in öffentlichen Gebäuden kann das harte Ringen um eine an Recht und Gerechtigkeit orientierte Politik in Verantwortung vor Gott und den Menschen nicht ersetzen. Vor dieser Aufgabe stehen Christen wie Nichtchristen gleichermaßen. Und das Kreuz in öffentlichen Gebäuden ersetzt auch nicht ein lebendiges religiöses Leben. Wie die Kirchen in Deutschland geistlich wieder vitaler werden können, bleibt eine brennende Anfrage an alle, die sich auch persönlich zur religiösen Bedeutung des Kreuzes bekennen.

Studentengeschichte: AKSt stellt Mahnmal für Bamberger Widerstand vor

Der Arbeitskreis der Studentenhistoriker stellt auf seinen Internetseiten das Mahnmal für den Bamberger Widerstand vor. Anlass ist die Neuerscheinung einer Buchpublikation zum Thema:

Neuerscheinung: Menschenwürde im Intensivstaat?

Ab 20. Dezember 2023 im Buchhandel:

Oleg Dik, Jan Dochhorn, Axel Bernd Kunze: Menschenwürde im Intensivstaat? Theologische Reflexionen zur Coronakrise (Philosophie interdisziplinär; 54, hg. v. Harald Schwaetzer und Henrieke Stahl), Regensburg: S. Roderer 2023, 258 Seiten.

mit folgenden Beiträgen:

  • Axel Bernd Kunze: Gesprächsstörungen. Eine sozial- und bildungsethische Ursachensuche im Angesicht der Coronakrise
  • Jan Dochhorn: Paradoxologia Theologica. Ansätze zu einer Gesellschaftskritik aus theologischer Sicht angesichts der Coronakrise
  • Oleg Dik: Die zerrissene Menschenwürde. Corona als Symptom einer theologischen Krise
  • Axel Bernd Kunze: Intensivstaat und zivilgesellschaftliche Staatsbedürftigkeit. Sozial- und freiheitsethische Betrachtungen zum Staatsverständnis (nicht nur) in Coronazeiten.

Zwischenruf: Was mit der Widerspruchslösung auf dem Spiel steht …

Was vor einigen Jahren im Bundestag scheiterte, soll jetzt über den Bundesrat kommen – jedenfalls wenn es nach dem Willen der Länderkammer geht: die Widerspruchslösung im Transplantationsgesetz. Jeder soll demnach als potentieller Organspender gelten – oder aber er hat bereits zu seinen Lebzeiten widersprochen, ersatzweise dann noch seine Hinterbliebenen. Die Beweislast wird umgekehrt. Wer seinen Widerspruch nicht rechtssicher dokumentiert hat, dem wird die Verfügung über den eigenen Körper und den eigenen Sterbeprozess entzogen.

Anders als bei der aggressiven Coronaimpfnötigungspolitik, die wir erlebt haben, kommt dieses Mal Widerspruch aus der katholischen Moraltheologie. Andreas Lob-Hüdepohl, der seinerzeit deutlich für eine mindestens moralische Impfpflicht plädiert hatte, meldete in einem Interview mit der Zeitschrift „Publik-Forum“ deutliche Bedenken an einer Widerspruchslösung an. Organspende müsse immer eine freiwillige Entscheidung bleiben, es gehe um die Entscheidung über den eigenen Sterbeprozess. Eine derart freiheitliche Position hätte man sich vom Mitglied des Deutschen Ethikrates auch schon zu Coronazeiten gewünscht, als es um nicht weniger als gravierende Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit ging.

In beiden Fällen geht es um einen autoritären biopolitischen Neokollektivismus, bei dem der Staat sich Zugriff auf den innersten Kernbereich der Persönlichkeit, das Recht am eigenen Körper und am eigenen Sterbeprozess, anmaßt. Dahinter verbirgt sich ein mehr als verqueres Menschenbild: Der Staat will eine selbstbestimmte Entscheidung des Einzelnen erzwingen, indem er massiv in Grundrechte eingreift. Ein solches Machthandeln des Staates ist das Gegenteil von Selbstbestimmung. Schon in der Coronazeit wurde gegen Anstand und Logik gleichermaßen zu begründen versucht, dass Druck kein Zwang sei – selbst dann nicht, wenn die so zur Impfung Genötigten am Ende Arbeitsplatz, Bewegungsfreiheit und soziale Teilhabe verlieren sollten. Ein Staat, der so agiert, muss sich am Ende nicht wundern, wenn ihm kein Vertrauen mehr entgegebengebracht wird. Und wer Zwang sät, wird Entsolidarisierung ernten.

Organspende ist eine ehrenwerte Sache, für die es gute Argumente gibt, sie darf aber nicht erzwungen werden. Sie muss eine freie, selbstbestimmte moralische Entscheidung des Einzelnen bleiben. Der Zweck heiligt eben nicht jedes Mittel. Ein Rechtsstaat, der seine Bevölkerung zur Impfung mit einem allein notfallzugelassenen neuartigen Impfverfahren mit großer Eingriffstiefe, aber geringer Schutzwirkung zwingt, verliert seine Würde. Ein Rechtsstaat, der sich die freie Zustimmung der Einzelnen zu medizinischen Maßnahmen im Grenzbereich von Leben und Tod dadurch erschleicht, dass er Schweigen schon als eine solche deutet, ebenso.

Grundrechtsträger ist der Souverän, nicht der Untertan. Der freiheitliche Rechts- und Verfassungsstaat darf Anreize setzen, die Spendebereitschaft zu erhöhen, aber er darf nicht den freien Willen der Einzelnen außer Kraft setzen. Es verheißt nichts Gutes für künftige gesundheitspolitische Debatten, nicht zuletzt in den Grenzbereichen am Anfang und Ende des Lebens, wenn ein solches Staatsverständnis weiter um sich greift. Die bis heute nicht geheilte Spaltung der Gesellschaft durch eine freiheitsfeindliche, polarisierende Coronapolitik zeigt, was auf dem Spiel steht. Es geht um mehr als eine bloße Änderung des Transplantationsgesetzes. Es geht um unser Menschenbild und Staatsverständnis.

Neuerscheinung: Ausstellungsführer zum Mahnmal des Bamberger Widerstands

Die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. und die Katholische Erwachsenenbildung in der Stadt Bamberg haben einen neuen Führer zu Geschichte, Konzeption, künstlerischer Gestaltung, historischem Hintergrund und aktueller Bedeutung des Mahnmals Bamberger Widerstand herausgebracht. Stellvertretend für den christlichen, sozialistischen und bürgerlich-militärischen Widerstand in Bamberg zeigt das Mahnmal Hans Wölfel, Willy Aron und Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Der Führer ist zweisprachig (dt./engl.) und nimmt so das internationale Interesse am Mahnmal auf.

KEB in der Stadt Bamberg, Willy-Aron-Gesellschaft: Von der Erinnerung zur Verantwortung. Demokratie und Menschlichkeit leben. Das Mahnmal für Widerstand und Zivilcourage in Bamberg; Form Memory to Responsibility. To live democracy and humanity. The memorial to resistance and civil courage in Bamberg, Bamberg: Heinrichs-Verlag 2023.

Der Band ist über den Buchhandel erhältlich.

Offener Brief: Gegen kirchliche Zensur und für eine freiheitliche Aufarbeitung der Coronapolitik

„Die ‚Evangelische Verlagsanstalt‘ aus Leipzig gab im Juli 2023 ein Buch zu einem heiklen Thema heraus: ‚Angst, Politik, Zivilcourage: Rückschau auf die Corona-Krise‘. Im November wurde die weitere Auslieferung des Buches gestoppt – dagegen protestieren jetzt Theologen und Wissenschaftler.“