Rezension: Tablet + KI = Digitale Bildung?

Tablet + KI = Digitale Bildung? – Diese Frage stellt Martin Frenkler in der aktuellen Ausgabe der „Schwarzburg“ (134. Jg., Heft 2/2025, S. 35 f.) in seiner Rezension des Bandes

Tim Raupach, Florian Fuchs (Hgg.): Bildungsautomaten? Beiträge zur Digitalisierung von Bildung und Lehre, Leipzig: SpringerVieweg 2025, ISBN 978-3-658-45541-5, 32,99 Euro.

In dem Band findet sich auch ein bildungsethischer Beitrag von Axel Bernd Kunze (Univ. Bonn): „Ausgehend von der bleibenden Bedeutung von Schulbibliotheken für das Hineinwachsen in eine Buch-, Lese-, Bildungs- und Wissenschaftskultur zeigt Kunze die Notwendigkeit von Räumen der Muße, in denen jenseits von Smartphone oder powerpointischer Oberflächlichkeit vertieftes Nachdenken und differenziertes Argumentieren gelernt weden kann. Gegen die Verwendung großer Sprachmodelle etwa als Co-Autor zur Erstellung differenzierter Unterrichtsmaterialien spricht dagegen nichts, solange die generierten Inhalte der wie bisher geltenden Verantwortlichkeit der Lehrkraft für ihren Unterricht unterworfen bleiben.“

Der Rezensent mahnt an, dass auch der Informatikunterricht eine wichtige Verantwortung im Prozess zunehmender schulischer Digitalisierung einnehmen müsse. Diese sei nicht allein zur Beherrschung der Hardware wichtig, sondern habe auch die Aufgabe „die Blackbox zu entzaubern“ und „einen Überblick über die mathematischen und die praktischen Grenzen der automatisierten Datenverarbeitung zu verschaffen“.

Tagungsankündigung: Versprechen und Wirklichkeit der Bildungssteuerung

Die Bildungs-Grätsche
Versprechen und Wirklichkeit der Bildungssteuerung

GBW-Tagung 17.&18.04.2026, Universität Bonn

Seit dem „PISA-Schock“ erlebt das deutsche Schulsystem und ähnlich das in Österreich und der Schweiz einen bildungspolitischen Aktionismus. Jede neue Maßnahme versprach Aufbruch: mehr Effizienz durch Steuerung, mehr Evidenz durch Daten, besseren Unterricht durch Kompetenzmodelle, digitale Modernisierung, individuellere Förderung und selbstgesteuertes Lernen. Manches davon klang verheißungsvoll, einiges vielleicht sogar plausibel.

Doch der Blick in die Klassenzimmer erzählt eine andere Geschichte. Was als Modernisierung gedacht war, hat nicht zu besseren Leistungen geführt – ganz im Gegenteil.  Die Interventionen waren insofern erfolgreich, als gerade die neuen Steuerungsinstrumente ihr Scheitern in der schulischen Wirklichkeit empirisch dokumentieren: Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler haben sich nicht verbessert, sondern im Gegenteil massiv verschlechtert.

Gleichzeitig wächst der Schatten der Nebenfolgen. Lehrkräfte berichten von einer Realität, in der Pädagogik allzu oft hinter Formularen verschwindet, in der Rechenschaftslegung Zeit frisst und Bürokratie Energie bindet. Zwischen ambitionierten Programmen und dem, was in den Schulen tatsächlich möglich ist, klafft eine Lücke, deren Bewältigung viele als Grätsche empfinden – als tägliche Spannung zwischen bildungspolitischem Wunschdenken und schulischer Wirklichkeit. 

Zwar liegen die Ursachen auch in allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen und nicht allein bei der Bildungspolitik. Und doch ist es notwendig, die großen „Verheißungen“ der vergangenen Jahre mit den Erfahrungen jener zu konfrontieren, die das System Tag für Tag tragen. 

Die Gesellschaft für Bildung und Wissen (GBW) widmet diesem Spannungsfeld ihre Tagung am Freitag, 17.04., 18.00 Uhr, bis Samstag, 18. 04. 2026, an der Universität Bonn. Unter dem Motto „Die Bildungs-Grätsche – Versprechen und Wirklichkeit der Bildungssteuerung geht sie den Bruchlinien nach: jener zwischen bürokratischer Steuerung und schulischem Alltag, zwischen empirischer Vermessung und pädagogischer Urteilskraft, zwischen visionären Reformnarrativen und dem Hier und Jetzt im Klassenzimmer.

Eine Tagung, die nicht auf schnelle Lösungen setzt, sondern auf Klarheit – und auf die Frage, wie Bildung gelingen kann, wenn man die Widersprüche endlich ernst nimmt. Es kommt jetzt darauf an, dass nicht mehr bildungspolitisches Wunschdenken die erziehungswissenschaftlichen Diskurse bestimmt; im Zentrum müssen die Herausforderungen der Praxis stehen. Wer dauernd vom Fortschritt in der Pädagogik redet, hat wenig von ihr verstanden.

Bisher haben für Vorträge zugesagt: Prof. Dr. Carl Bossard (Stans), Prof. Dr. Karl-Heinz Dammer (Heidelberg), Prof. Dr. Rainer Kaenders (Bonn), Prof. Dr. Roland Reichenbach (Zürich), Prof. Dr. Ysette Weiss (Mainz). Weitere Informationen folgen.

Vorankündigung: Neues Positionspapier des BeA

Der Bundesverband evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik (BeA) hat im Dezember ein neues Positionspapier verabschiedet – mit dem Titel: Kinder- und Jugendhilfe braucht starke Fachkräfte – gerade jetzt! Fachkraftstatus erhalten.

Das Papier wird in Kürze online veröffentlicht und dann auch hier verlinkt werden.

Tagungsbericht: Qualität in der Kinder- und Jugendhilfe nicht verhandelbar – so der BeA

Der Vorstand des Bundesverbands evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik (BeA) traf sich zu einer Vorstandsklausur in Berlin. Dabei ging es u. a. um die Qualitätsdiskussion in der Kinder- und Jugendhilfe. Der BeA tritt dafür ein, den Fachkraftstatus nicht abzusenken.

Jubiläum: Festschrift zum hundertsten Jubiläum der BAG KAE

Die Bundesarbeitsgemeinschaft katholischer Ausbildungsstätten für Erzieherinnen und Erzieher feiert 2025 ihr hundertstes Jubiläum. Der Verband vertritt bundesweit die Interessen der Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik in katholischer Trägerschaft. Aus Anlass des Jubiläums ist eine Festschrift erschienen:

Susanne Wessels (Red.): Einhundert 1925 – 2025. Festschrift zum Jubiläum der BAG katholischer Ausbildungsstätten für Erzieherinnen und Erzieher, herausgegeben von der Bundesarbeitsgemeinschaft der katholischen Ausbildungsstätten für Erzieherinnen und Erzieher, o. O. (Nördlingen) o. J. (2025).

Vorankündigung: Die Zukunft evangelischer Kitas gestalten

Das Comenius-Institut in Münster ist mit der Durchführung der evangelischen Bildungsberichterstattung beauftragt. Im September 2024 wurde dort der neuen evangelische Kindergartenbericht im Rahmen einer Tagung vorgestellt und diskutiert. Die Beiträge werden Anfang 2026 in einem Interpretationsband veröffentlicht werden:

Böhme, T.; Dechow, J.; Sander, A. (Hgg.): Die Zukunft evangelischer Kitas gestalten. Impulse zum aktuellen Bildungsbericht „Evangelische Tageseinrichtungen für Kinder“, Münster (Westf.): Waxmann 2026 [im Druck].

Tagungsbericht: Die Zukunft evangelischer Kindertageseinrichtungen gestalten

Im September 2024 hatte das Comenius-Institut – Evangelische Arbeitsstätte für Erziehungswissenschaft e. V. Akteure aus Kindertageseinrichtungen, Erzieherausbildung, Bildungspolitik und Fachberatung eingeladen, die Ergebnisse des aktuellen evangelischen Kindergartenberichts zu diskutieren. Axel Bernd Kunze vertrat dabei im Namen des Bundesverbands evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik (BeA) die Ausbildungsseite. Die CI-Informationen berichten in Ausgabe 2/2024 (Seite 12) über die Tagung; ein Tagungsband ist in Vorbereitung.