Neuerscheinung: Identität als pädagogische Herausforderung

… so der Titel der aktuellen Ausgabe 2-3/2024 der fachdidaktischen Zeitschrift PÄDAGOGIKUnterricht. Die Zeitschrift wird herausgegeben vom Verband der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen e. V. (VdP). Dem Wissenschaftlichen Beirat gehören an: Prof. Dr. U. Bauer (Univ. Bielefeld), Prof. Dr. K. Beyer (Univ. Köln), Prof. Dr. K. G. Gather (Univ. Köln) und PD Dr. A. B. Kunze (Univ. Bonn).

Pädagogikunterricht: Abschied aus dem Wissenschaftlichen Beirat

Prof. Dr. Armin Bernhard, Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Duisburg-Essen, ist mit Heft 4/2023 aus Ruhestandsgründen aus dem Wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift „Pädagogikunterrichtö“ und des Verbands der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen ausgeschieden. „Pädagogikunterricht“ ist die größe deutschsprachige Zeitschrift für pädagogische Fachdidaktik. Ich danke für die kollegiale Zusammenarbeit imi Wissenschaftlichen Beirat.

Neuerscheinung: Interventionsmut aus dem Krisenmodus?

… so der Titel der neuen Ausgabe von PÄDAGOGIKUnterricht, der größten Fachzeitschrift für pädagogische Fachdidaktik im deutschsprachigen Raum: 44. Jg., Heft 1 v. April 2024. Die Zeitschrift wird herausgegeben vom Verband der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen (VdP). Dem Wissenschaftlichen Beirat gehören an: Prof. Dr. Bauer (Univ. Bielefeld), Prof. Dr. Beyer (Univ. Köln), Prof. Dr. Gather (Univ. Paderborn) und PD Dr. Kunze (Univ. Bonn).

Auf anderen Seiten: Schule in Deutschland – eine Verlustgeschichte

„Seit gut zwanzig Jahren haben die Pisa-Studien das deutsche Schulwesen nicht nur massiv kritisiert, sondern zugleich auch umfassend transformiert. Aber ihre Befunde zielen an den wahren Problemen des deutschen Schulwesens, besonders auch der beruflichen Schulen, weit vorbei. Tatsächlich ist es die Migrationspolitik, die seit Jahrzehnten die deutschen Schulen vor immer größere Belastungsproben stellt, die regional bereits zum Kollaps geführt haben. Wie es weitergeht, weiß niemand. Wahrscheinlich wird es auf eine immer stärkere Abschottung einzelner gesellschaftlicher und schulischer Milieus hinauslaufen.“

https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/kultur-und-wissenschaft/audimax-das-kontrafunkkolleg/peter-j-brenner-schule-in-deutschland-eine-verlustgeschichte#id-article

Während die Bildungsethik gegenüber den neueren Entwicklungen im deutschen Bildungssystem weitgehend stumm bleibt, während früher nahezu jede neue empirische Bildungsstudie kommentiert wurde, arbeitet Peter J. Brenner im Kontrafunkkolleg Audimax vom 28. Januar 2024 heraus, warum die Schule gegenwärtig nahezu scheitern muss – und das nicht allein am Lehrermangel. Die Probleme, welche die Schulen belasten, sind politisch erzeugt, etwa mangelnde Deutschkenntnisse in weiten Teilen der Schülerschaft, ein ungeheuer gewachsenes Übergangssystem im berufsbildenden Schulwesen oder eine Unwucht zwischen Auszubildenden- und Studentenzahlen. Diese Probleme können pädagogisch nicht gelöst werden, sie müssen politisch angegangen werden. Doch dazu fehlt bislang der Wille.

Rezension: Gelungener Einstieg in die Pflegeethik

Fachkräfte werden im Pflegebereich dringend gesucht. Mittlerweile entstehen neben der vor einigen Jahren generalisierten Ausbildung immer mehr Studiengänge für Pflegewissenschaft. Wie in anderen sozialen Dienstleistungsprofessionen auch stehen Pflegekräfte immer wieder vor der Herausforderungen, über ethische Wertkonflikte zu reflektieren und ihr Handeln sittlich zu reflektieren. Ein utb-Bändchen bietet einen ersten Einstieg in die Pflegeethik, gestaltet als Lehrbuch enthält das Werk Reflexionsfragen, Übungs- und Onlineaufgaben für das Selbststudium.

Der Band kann als gelungen bezeichnet werden und vermittelt einen kompakten Einstieg in das breite Feld einer Professionsethik für die Pflegewissenschaft und den Pflegebereich. Die ethischen Fragen, die angesprochen werden, reichen vo der professionsethischen Ebene im direkten Umgang mit dem Pflegepatienten über organisationsethische Fragen, etwa im Umgang mit begrenzten Ressourcen, bis zur sozialethischen Ebene. Trotz seiner Dichte ist der Band inhaltlich gut verständlich, allein der Umgang mit religiösen Bedürfnissen im Pflegealltag kommt zu kurz. Wer einen Einstieg in die Ethik der Pflege sucht, ist mit diesem Band gut beraten.

Andrea Schiff, Hans-Ulrich Dallmann: Ethik in der Pflege. Mit Online-Aufgaben (utb; 5587), München: Ernst Reinhardt 2021, 238 Seiten.

Appell: BeA neuer Unterstützer von „#NeustartBildungJetzt“

Bundesverband evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik unterstützt den Appell #NeustartBildungJetzt

Im März 2023 hat ein breiter Kreis aus Stiftungen, Gewerkschaften und Verbänden einen Appell an den Bundeskanzler und die Regierungschefs der Länder veröffentlicht. Angesichts der gravierenden Probleme im deutschen Bildungssystem fordern sie einen Nationalen Bildungsgipfel als Initialzündung für einen grundlegenden gesamtgesellschaftlichen Reformprozess.

Der Nationale Bildungsgipfel soll der Auftakt sein zu einem kontinuierlichen Dialog- und Reformprozess gemeinsam mit Bildungs-, Wissenschafts- und Jugendministern von Bund und Ländern, Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildungspraxis, Zivilgesellschaft sowie Eltern, Kindern und Jugendlichen.

Dem Appell haben sich mittlerweile über hundert Organisationen angeschlossen. Der Appell mitsamt der Liste der unterstützenden Organisationen ist auf der zentralen Website www.neustart-bildung-jetzt.de zu finden. Auf Social Media laufen die Aktivitäten unter #NeustartBildungJetzt.

Musikalische Elementarbildung: Wichtig für die gesamte Bildungsbiographie …

„Wir gehen davon aus, dass nur jemand, der fundierte Kenntnisse über das Musizieren mit Kindern besitzt und der selber die eigene Musikalität entdecken konnte, in der Lage ist, musikalischer Bezugspunkt für die Kinder zu werden.“

So heißt es in der Konzeption für unseren Profilbereich „Singen mit Kindern“, den wir dank der sehr guten Kooperation mit der gleichnamigen Stiftung anbieten können. Mit unseren praxisorientierten Profilfächern möchten wir den Auszubildenden unserer Fachschule ermöglichen, individuelle Interessen und Kompetenzen auszubauen und für die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fruchtbar zu machen. Ihr wiederholter Besuch heute bei uns, ist ein wertvolles Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung, für unsere Auszubildenden, für unsere Fachkonferenz Musik/Rhythmik und für unsere Fachschule. Wir freuen uns darüber sehr, im Namen der Schulleitung und des Kollegiums herzlichen Dank für Ihr Kommen. Und wir freuen uns darauf, auch künftig mit Ihnen und Ihrer Stiftung Pädagogische Fachkräfte ausbilden zu können, die zu wichtigen „musikalischen Bezugspunkten“ für die ihnen anvertrauten Kinder werden. Musikalische Früherziehung und Elementarbildung ist sehr wichtig für die gesamte weitere Bildungsbiographie – und darüber hinaus.

Ihnen, liebe Schülerinnen, die Sie heute ihre Urkunden in Empfang nehmen durften, im Namen der Schulleitung und des Kollegiums noch einmal ganz herzliche Glückwünsche und Anerkennung für Ihre Leistung. Wir wünschen Ihnen künftig viel Freude beim Singen mit Kindern, wo immer Sie auch beruflich tätig werden.

(aus einem Grußwort der Schulleitung zur feierlichen Urkundenverleihung an Absolventinnen des Profilfaches „Singen mit Kindern“ im Beisein der Stiftungsvorsitzenden)

Zwischenruf: Weniger Leistung, mehr politischer Einfluss

A13 für Grundschullehrer. Es gibt verschiedene Bundesländer, die diesen Weg gehen. Darunter jetzt auch Hamburg – beschlossen war die Gehaltsangleichung der Primar- und Sekundarstufen I-Lehrer schon länger, in diesem Monat wird sie vollständig verwirklicht. Der Stadtstaat geht aber noch einen Schritt weiter: Neben der Höhergruppierung gibt es künftig auch noch den Studienrat an Grundschulen.

Die GEW schreibt sich dies als Erfolg auf ihre Fahne. Wer könnte auch etwas dagegen haben!? Schließlich geht es doch um „unsere Kinder“, um Bildung, um die Bildungsrepublik. Kurz: Es geht um etwas unhinterfragt Gutes, bei dem sich alle einig sein sollten. Doch sollten Lehrer- und Beamtenverbände durchaus kritische Fragen stellen. Wieder einmal werden bewährte Traditionen des Staates abgebaut, ohne dass gefragt wird, ob das Neue tatsächlich besser ist und halten kann, was die Politik verspricht.

Es gibt traditionell zahlreiche Kriterien, die eine Höhergruppierung rechtfertigen können, etwa Ausbildung, Weiterqualifizierung, Leistung, Dienstalter, Erfahrung und Führungsverantwortung – oder, so ist das in einer Marktwirtschaft: eine höhere Nachfrage nach bestimmten Qualifikationen. In Zeiten des Fachkräftemangels sind höhere Gehälter kein Allheilmittel, aber sie können sich als Folge ergeben. Niemand hätte etwas dagegen, wenn Grundschullehrer, die sich weiterqualifizieren oder besondere Aufgaben übernehmen, auch höher eingruppiert würden. Und besonderen Förder-, Unterstützungs-, Erziehungs- oder Unterrichtsbedarf gibt es an Grundschulen allemal. Denn um die grundlegenden Kulturtechniken im Lesen, Schreiben und Rechnen am Ende der vierten Klasse steht es nicht unbedingt zum Besten, wie jüngste Bildungsstudien zeigen.

Doch um all das geht es der Hamburger Schulverwaltung nicht. Beförderungen werden nach politischem Gutdünken vergeben. Nicht mehr sachliche Erfordernissse, transparente Kriterien oder fachliche Leistungen entscheiden, sondern kontingente politische Prioritäten, wechselnde parteipolitische Vorlieben oder Lobbyisteneinfluss. Wo Leistung immer weniger zählt, die politische Tagesordnung aber umso mehr, wird der Öffentliche Dienst am Ende zur parteipolitischen Verfügungsmasse, damit aber unattraktiver. Wo es nicht mehr um nachvollziehbare Leistung geht, sondern egalitaristisches Denken zum bildungspolitischen Selbstzweck wird, werden nicht mehr zwingend die besseren Absolventen für einen Bildungsberuf begeistert. Und es sollte nicht vergessen werden: Wo tagespolitische Aspekte eine immer größere Rolle spielen, können Besitzstände auch schneller wieder einkassiert werden.

Für leistungsfähige Grundschulen und eine angemessene Anerkennung der dort geleisteten Arbeit ist mit alldem noch keineswegs gesorgt.

Was hier in Hamburg passiert, könnte Schule machen – auch in anderen Berufsgruppen des Öffentlichen Dienstes. Damit steht auch gesellschaftlich einiges auf dem Spiel: Denn für einen leistungsfähigen Öffentlichen Dienst bleibt es wichtig, dass sich dieser eine bestimmte Distanz gegenüber politischen Moden und Stimmungsschwankungen der Tagespolitik bewahrt.

Tagung: Pädagogiklehrertag 2023

„Didaktik der Sozialpädagogik – Entwicklungslinien, Diskurse und Herausforderungen“ – lautet einer der Hauptvorträge beim diesjährigen Pädagogiklehrertag. Weitere Informationen finden sich auf den Seiten des Verbands der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen:

https://www.pu-fortbildung.de/