Bone pastor, panis vere, Jesu, nostri miserere, Tu nos pasce, nos tuere, Tu nos bona fac videre In terra viventium.
(Thomas v. Aquin, 1264, Fronleichnamssequenz)
Pralinen und eine Flasche Wein waren in Bamberg der alljährliche „Preis“ zu Fronleichnam für einen Fensterplatz am Prozessionsweg, erinnert sich die Volkskundlerin Hottelmann-Schmidt an ihre Jugendzeit. Noch heute ist Bamberg für seine prächtige Fronleichnamsprozession bekannt. […]Fronleichnam wird nur dann überzeugend gefeiert werden können, wenn das Fest eingebettet ist in eine zeitgemäße eucharistische Frömmigkeit, die auch das Jahr hindurch das Leben der Gemeinde prägt – beispielsweise eine würdig gestaltete Kommunionspendung oder regelmäßige Gebetsstunden vor dem Allerheiligsten. Die Frage nach der Bedeutung der eucharistischen Gegenwart für das Leben der Gemeinde, geht über die Vorbereitung des Fronleichnamsfestes hinaus und wäre wert, vom Pfarrgemeinderat weiter verfolgt zu werden – auch dann, wenn die Prozessionsaltäre für dieses Jahr wieder auf dem Speicher des Pfarrhauses verstaut sein werden.
(Auszug aus: Axel Bernd Kunze: Pralinen und Wein für einen Fensterplatz, in: Heinrichsblatt, 113. Jg., 11. Juni 2006, S. 28)
Allen Lesern und Leserinnen von „Bildungsethik“ wünsche ich einen gesegneten Fronleichnamsfesttag.
Pfingstgedanken aus WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen (21. Jg., 3/2024):
„Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort.“ So haben wir es in der ersten Lesung gehört. Für Lukas, den Verfasser der Apostelgeschichte, liegen zwischen Ostern und Pfingsten fünfzig Tage. Die Liturgie folgt diesem Zeitrhythmus. Für das Johannesevangelium fallen die Erscheinung des Auferstandenen an Ostern und der Empfang des Heiligen Geistes an einem Tag zusammen. So unterschiedlich die Darstellung auch ausfällt, für Lukas wie Johannes gilt: Die Geistsendung gehört zum Ostergeschehen. Ostern und Pfingsten lassen sich nicht trennen.
Lebendige Gegenwart
Was Jesus Christus uns durch seine Auferstehung erwirkt hat, ist kein abgeschlossenes Ereignis, das wir nur aus der Ferne betrachten könnten. Was an Ostern geschehen ist, setzt sich fort, durch das Wirken des Heiligen Geistes, in der Kirche. Wir sind keine unbeteiligten Zuschauer. Wir haben daran lebendigen Anteil, weil Gottes Geist, den Jesus den Seinen verheißen hat, in uns lebt und wirkt. Wir alle wurden, wie es Paulus in der zweiten Lesung ausgedrückt hat, mit dem einen Geist getränkt. In der Taufe ist uns der Heilige Geist geschenkt, er lebt und wirkt in den Getauften, in einem jeden von uns.
Wir können es auch anders sagen: Die frühen Christen haben uns zeitlich nichts voraus, auch wenn sie Augen- und Ohrenzeugen der österlichen Ereignisse waren. Der Heilige Geist, den wir empfangen haben, setzt das Werk des Auferstandenen in den Getauften fort, bis ans Ende der Zeiten. Und dies ebenso lebendig und aktuell wie in den Anfängen der jungen Kirche. Was wir in den fünfzig Tagen der Osterzeit feiern, ist lebendige Gegenwart – in uns, durch die Sendung und das Wirken des Heiligen Geistes.
Wirkliche Neuschöpfung
Bei Johannes empfangen die Jünger den Heiligen Geist, indem der Auferstandene sie anhaucht. So wie der erste Adam, der alte Mensch, erschaffen wurde, weil Gott ihm seinen Lebensatem eingehaucht hat, so wird der erlöste Adam, der österliche Mensch, neugeschaffen durch den Hauch des Geistes. Was an Ostern geschieht, ist nicht eine Fortsetzung des Bisherigen. Der Auferstandene kehrt nicht einfach in sein früheres Leben zurück, auch wenn ihn die Jünger an den Malen seiner Hände und seiner Seite erkennen können. Was an Ostern geschieht, ist eine wirkliche Neuschöpfung.
Was wir im Licht von Ostern glauben und erhoffen dürfen, ist nicht eine Erneuerung unseres irdischen Lebens. Im Heiligen Geist sind wir hineingenommen in die Gemeinschaft Jesu mit seinem Vater. Unsere gesamte Existenz wird verwandelt werden, sodass wir Anteil erhalten am Leben Gottes.
Erneuernde Kraft
Für diese Neuschöpfung Gottes, die an Ostern geschieht, steht die Macht der Sündenvergebung. Das Wirken des Geistes schafft eine neue Welt, einen Neubeginn durch Vergebung der Sünden. In Taufe und Firmung wird unser alter Mensch vernichtet. Wir werden erneuert, gleichsam neugeboren. Wir werden gestärkt durch den Beistand, den Jesus uns verheißen hat, damit wir als neue Menschen leben.
Diese verändernde und erneuernde Kraft der Sündenvergebung vertraut der Auferstandene seiner Kirche an. Wir sind nicht auf uns allein gestellt. Es ist die Gemeinschaft der Glaubenden, in der wir Gottes Beistand erfahren, in den Sakramenten, im gemeinsamen Hören auf das Wort Gottes, in der Gemeinschaft des Gebetes und der gegenseitigen Solidarität.
In der Kirche dürfen wir erfahren, was Ostern bedeutet – immer wieder neu und lebendig. Weil in der Kirche Gottes Geist wirkt. Auch wenn unsere Welt alles andere als heil ist und der endgültigen Vollendung noch entgegengeht, dürfen wir schon im Hier und Jetzt erfahren, was an Ostern begonnen hat. Und das ist die Hoffnungsbotschaft, welche die Kirche bezeugen soll. Dieser pfingstliche Auftrag gilt auch für uns und unsere Gemeinde.
Auch unsere Gemeinde ist reich an vielfältigen Begabungen, an vielfältigen Gaben des Geistes. Jeder soll einsetzen, was ihm möglich ist, damit wir gemeinsam Gottes Wirken in dieser Welt bezeugen: Umkehr, Vergebung und Neuwerden sind möglich. Weil Gott diesen Neuanfang schon gesetzt hat, weil diese Neuschöpfung schon begonnen hat: an Ostern und Pfingsten, in der Auferstehung seines Sohnes und der Sendung seines Geistes.
In dieser Gewissheit wünsche ich allen frohe und gesegnete Pfingsten.
Ich hoffe weiterhin auf Ihr Interesse an „Bildungsethik“ und freue mich auf die weitere bildungsethische Debatte mit Ihnen, Ihr Axel Bernd Kunze
„Auf der Liste der Feste, von denen man meint, sie sollten abgeschafft werden, steht Himmelfahrt ganz oben“, hat der Neutestamentler Klaus Berger einmal beklagt. Drei Gründe macht er dafür aus.
Himmelfahrt – ein überflüssiges Fest?
Zum einen recht naive Vorstellungen des Geschehens – ähnlich jenem Brauch der Barockzeit, als die Himmelfahrt Jesu mittels Seilwinde durch das Hinaufziehen einer Christusfigur zur Kirchendecke inszeniert wurde, bis die Gemeinde schließlich nur noch die Füße der Holz- oder Gipsfigur sah. Eine solche Vorstellung sei modernen Menschen zu Recht nicht mehr vermittelbar.
Dann die Widersprüche, die im Neuen Testament selbst deutlich werden – wir haben es heute gehört: Lukas stellt das Ereignis zweimal ganz verschieden dar: am Ende seines Evangeliums und zu Beginn seiner Apostelgeschichte. Mal findet die Himmelfahrt am Ende des Ostertages statt, dann erst vierzig Tage später. Wenn schon ein und derselbe Autor das Geschen so grundsätzlich verschieden beschreibt, müsse es doch wohl eher um eine fiktive Geschichte gehen.
Schließlich bleibt die Frage, was die Himmelfahrt nach Ostern überhaupt noch Neues bringen soll. Ist Jesus nicht schon mit seiner Auferstehung wieder im Himmel? Wo soll er denn sonst die vierzig Tage verbracht haben? Ohne Himmelfahrt würde dem Osterglauben doch schließlich nichts fehlen – außer ein Feiertag im schönen Mai, den man gut für einen Vatertagsausflug nutzen kann.
Auf das Ende kommt es an
Richtig ist: Ostern und Himmelfahrt gehören eng zusammen. Das zeigen auch die beiden Darstellungen bei Lukas. Bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass beide gar nicht so grundverschieden sind, wie es zunächst anmutet. In beiden Fällen – am Ende seines Evangeliums und am Beginn seiner Apostelgeschichte – beschreibt Lukas die Himmelfahrt Jesu als Abschluss einer Ostererscheinung. Der auferstandene Herr erscheint den versammelten Jüngern. Das eine Mal hören sie, wie Jesus sich zweien von ihnen auf dem Weg nach Emmaus beim Brotbrechen offenbart hat, das andere Mal sind die Jünger zum gemeinsamen Mal versammelt. Beide Erzählungen beschreiben das Himmelfahrtsgeschehen aber mit eigener Akzentsetzung.
Jesus erweist sich in den Ostererscheinungen als der Gekreuzigte und Auferstandene, der lebt. Entscheidend ist dabei nicht so sehr, wo er herkommt. Jesus kommt nicht aus einem irdischen Versteck, sondern erscheint „vom Himmel her“; er ist nicht mehr an die Begrenzungen von Raum und Zeit gebunden. Viel entscheidender als der Anfang aber ist bei der Darstellung des Lukas, wie Jesus von den Jüngern Abschied nimmt. Darin ähnelt Lukas den jüdischen Autoren seiner Zeit.
Jesus wird von den Seinen erkannt – und verschwindet. Die Jünger wissen, dass er lebt – und sie erkennen, wer Jesus in letzter Wirklichkeit für sie ist. In beiden Darstellungen stellt Lukas jeweils einen anderen Aspekt in den Vordergrund:
Am Ostertag erweist sich der Auferstandene als priesterlicher Messias, der seine Jünger zum Abschluss segnet. Der Segen, ein Zeichen priesterlicher Hoheit, ist das Vermächtnis des Herrn an seine Gemeinde: nicht als Segen eines Toten, sondern eines Lebendigen. Im Segen des Auferstandenen erfüllt sich die Verheißung an Abraham, in dem alle Völker der Erde gesegnet sein sollen. In seinem Segen bleibt Christus in der Welt lebendig. Im Griechischen sind „segnen“ und „lobpreisen“ dasselbe Wort: Der Segen von Gott, den Jesus hinterlässt, findet seine Antwort im Lobpreis der Jünger.
Vierzig Tage später erweist sich Jesus im Geschehen der Himmelfahrt als jener prophetische Messias, in dem sich die Verheißungen Israels erfüllen. Die Wolke, die ihn aufnimmt, ist Zeichen der Hoheit und Anwesenheit Gottes. Die Jünger erfahren Jesus als den, der wiederkommen wird, wie er von ihnen gegangen ist, und zwar als der zukünftige Richter, der die Verheißungen in Fülle vollenden wird.
Sichtbarer, sieghafter Übergang
Wenn wir Christi Himmelfahrt nur als eine alte Geschichte in vormodernem Gewand feiern wollten, wäre dieses Fest tatsächlich überflüssig. In ihrer Feier soll Christi Himmelfahrt vielmehr gegenwärtig werden als ein Ereignis, das uns zutiefst betrifft: Die Himmelfahrt beschließt das Osterereignis – als sichtbarer, sieghafter Übergang Jesu, des Gekreuzigten, in die Herrlichkeit des Vaters. Er erweist sich tatsächlich als jener Hohepriester und Prophet, in dem sich Israels Verheißungen unüberbietbar erfüllen.
Nicht die Unheilspropheten und Todesboten, die unsere Welt mit Terrorismus, Gewalt und Menschenverachtung überziehen, werden das letzte Wort behalten. So wie Jesus sichtbar von uns gegangen ist, so wird er auch sichtbar wiederkommen in Macht und Herrlichkeit, um alles zu vollenden. Himmelfahrt zeigt uns, was wir erhoffen dürfen: die Vollendung des Menschen, so wie Gott ihn gewollt hat, in Freiheit vor Gott, in der Herrlichkeit des Himmels – nicht als Ausdruck maßloser Selbstüberschätzung des Menschen, sondern als Zusage von Gottes Treue. Größer und hoffnungsvoller können wir vom Menschen nicht sprechen.
(Predigtgedanken aus: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen, 13. Jg., H. 3/2016)
Allen Lesern von „Bildungsethik“ wünsche ich einen gesegneten, hoffnungweckenden, von österlicher Freude erfüllten Himmelfahrtstag.
Dreißig Jahre hat Jesus zunächst verborgen in Nazareth gelebt. Hier hat er jenen Gehorsam eingeübt, der Kern seiner Sendung war: ganz eins zu sein mit dem Willen des Vaters. So diente er dem Ratschluss Gottes und dem Heil der Menschen. Seine Eltern waren ihm Vorbild. Sie gehörten zu den Gerechten Israels, die bereit waren für den Anbruch des Reiches Gottes. Darin kann uns Josef noch heute Vorbild sein. Wie er sollen auch wir die Sehnsucht nach Gott im Herzen wachhalten und unsere Arbeit so verrichten, dass wir seiner Gerechtigkeit entsprechen. So werden wir zu Zeugen Gottes mitten in der Welt.
(Hl. Josef mit Kind, bulgarische Ikone, um 1850)
Herr Jesus Christus, du hast als Zimmermann gearbeitet, du kennst Freude und Last der menschlichen Arbeit. Aus der Arbeitswelt unserer Tage kommen wir zu dir und bitten dich:
Für alle Betriebsseelsorger, die sich der Sorgen der arbeitenden Menschen annehmen. Christus, höre uns. – Christus, erhöre uns.
Für alle, die durch ihren Beruf Verantwortung tragen für andere und für das Wohl der Gesellschaft.
Für alle, die unter den Bedingungen ihrer Arbeit oder dem Mobbing ihrer Kollegen und Vorgesetzten leiden.
Für alle, die sich in Gewerkschaften, Sozial- oder Unternehmerverbänden für gerechte Arbeitsbedingungen einsetzen.
Für alle, die verzweifelt sind und sich nutzlos fühlen, weil sie keine Arbeit finden.
Für alle jungen Menschen, die bei ihrer Berufswahl rat- und orientierungslos sind.
Herr Jesus Christus, segne auf die Fürbitte deines Pflegevaters, des heiligen Josef, das Werk unserer Hände. Dir sei die Ehre in Ewigkeit. Amen.
Das große Zeichen der Osternacht ist das leere Grab, das die Frauen in der Morgenfrühe des dritten Tages nach der Kreuzigung vorfinden. Doch enthält dieses Grab noch keine Osterbotschaft. Das leere Grab bewirkt zunächst Erschrecken, Unverständnis, Irritation und Trauer.
Die österliche Botschaft lebt nicht vom leeren Grab, so wichtig dieses Zeichen auch ist. Was an Ostern geschehen ist, verstehen die Jünger und Frauen erst, als der Auferstandene ihnen persönlich begegnet. Sei es Maria Magdalena, die als „Apostolin der Apostel“ bezeichnet wird, weil sie als erste dem Auferstandenen begegnen durfte. Seien es die Emmausjünger, die den Auferstandenen bei ihrem Gang aufs Land und beim abendlichen Brotbrechen erkannten. Seien es die Jünger in Jerusalem, die sich aus Angst zunächst einmal hinter verschlossene Türen zurückgezogen hatten.
Nach und nach erkennen sie das atemberaubend Neue, das geschehen ist: An Ostern kehrt ein Verstorbener nicht einfach in sein früheres irdisches Leben zurück. Ostern setzt einen völligen Neubeginn, eine Neuschöpfung, in welcher der Tod überwunden ist. Gott vergibt die Sünde der Menschen und setzt einen neuen Anfang.
Der entscheidende Schlüssel zu diesem Verständnis ist das Wort der Schrift. Durch Jesu Wort werden den Jüngern gleichsam die Augen geöffnet und sie verstehen nach und nach die Absicht Gottes. Was sich in der Geschichte Jesu ereignet, ist die Erfüllung der Schrift, der alten Verheißungen Gottes an sein Volk.
Ostern bringt eine neue Wirklichkeit. Die Jünger erfahren den Auferstandenen auf eine ganz neue Weise. Die Osterevangelien machen deutlich, dass diese Erfahrung eine durchaus einschneidende ist, die alles Bekannte auf den Kopf stellt und zunächst einmal Betroffenheit, Bestürzung und Angst auslöst. Das erste Wort des Auferstandenen an seine Jünger ist daher auch: Friede sei mit euch!
Frieden – das ist auch die große Bitte in unseren Tagen. Allzu friedlos und krisenhaft erscheint unsere Welt. Nicht wenige wollen davon am liebsten gar nichts mehr wissen und reduzieren ihren Nachrichtenkonsum. Umso drängender stellt sich die Frage, wie wir als christliche Gemeinde angesichts einer alles andere als heilen Welt von der Osterbotschaft sprechen können.
Im Kommen Jesu in unsere Welt erfüllen sich die uralten Verheißungen der Schrift, bis zum Tod am Kreuz und der Auferweckung von den Toten. Diese Erfüllung ist unwiderruflich. Gott hat einen neuen Anfang gesetzt, indem er in seinem Sohn Teil unserer Geschichte geworden ist. Er hat seinen Sohn nicht im Grab gelassen, sondern zu neuem Leben auferweckt. Diese Treue Gottes, die an Ostern sichtbar geworden ist, gilt der gesamten Menschheit. Jesus Christus ist nicht der Einzige, sondern der Erstgeborene der neuen Schöpfung. In ihm ist uns allen Vergebung der Sünden verheißen, wie Petrus in seiner Rede an das Volk und der Verfasser des ersten Johannesbriefes deutlich machen.
Aber etwas anderes gehört auch zur nachösterlichen Erfahrung: Der Tod ist überwunden, aber noch nicht vernichtet. Auch nach Ostern sterben Menschen in dieser Welt, erfahren sie Krisen und Unheil. Es wäre ein Verrat an den uralten Verheißungen, dies schönzureden. Noch sind nicht alle Opfer der Geschichte gerechtfertigt. Wir Menschen könnten dies auch gar nicht.
Aber im Licht von Ostern wissen wir: Gottes Treue überwindet Grab, Tod und Sünde. Der gekreuzigte, erhöhte und auferstandene Herr lebt, er wirkt in dieser Welt und er wird einst wiederkommen, um Menschheit und Schöpfung zu vollenden. Wer diese Botschaft annimmt, wird gerettet werden.
Friede sei mit euch – das ist die erste Osterbotschaft des Auferstandenen. Die ökumenische Jahreslosung in diesem Jahr 2024 lädt uns ein, selbst zu Friedensbringern zu werden. Sie lautet: Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe. Die Worte sind dem ersten Korintherbrief entnommen.
Ein großes Wort. Und doch: Wir dürfen es wagen, unsere Aufgaben – als christliche Gemeinde wie auch jeder Einzelne persönlich – „in Liebe“ anzugehen und so diese Welt ein wenig friedvoller zu gestalten, weil Gott uns zuerst geliebt hat – in Jesus Christus, seinem Sohn.
(Predigtvorschlag aus: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen, H. 2/2024)
Allen Lesern von BILDUNGSETHIK wünsche ich gesegnete Kar- und Ostertage, Ihr Axel B. Kunze
Die Einnahme von Arkona 1169, König Waldemar und Bischof Absalon, Gemälde von Laurits Tuxen
Die Kirche gedenkt am 21. März des sel. Absalon von Roskilde (1128 – 1201), Stadtgründer Kopenhagens, Vater der dänischen Nation, Erzbischof von Lund und Bischof von Roskilde. Das Bild zeigt ihn bei Bekehrung der heidnischen Wenden auf Rügen. Axel ist eine nordische Kurzform von Absalon.
Die Angriffe auf das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit zeugen von der wachsenden Lust an der Diffamierung. Das Problem ist eine Haltungswissenschaft, die sich die Realität zurechtbiegt. – ist Thomas Thiel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung überzeugt.
Mit dem morgigen Fest Darstellung des Herrn – oder auch: Mariä Lichtmess – endet die Weihnachtszeit. Der Tag erinnert daran, wie Jesus vierzig Tage nach seiner Geburt in den Tempel gebracht wird, dem jüdischen Gesetz folgend. Dabei kommt es zur Begegnung mit Simeon und Hanna. Simeon wird über das Kind sagen: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie Du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“ Die Kirche betet diese Worte Abend für Abend im Nachtgebet. In Erinnerung an diese Worte werden am 2. Februar Kerzen gesegnet. Sie erinnern an Jesus, das Licht der Welt.
Allen Lesern und Leserinnen einen gesegneten Lichtmesstag!
(Hans Memling: Darstellung Christi im Tempel, um 1463)
„Simeon und Hanna stehen für die Gerechten im Volk Gottes, die an die alten Verheißungen Israels geglaubt und auf das Kommen des Messias gewartet haben. Ein Gerechter ist im Alten Testament, wer aus einer lebendigen Beziehung zum Wort Gottes lebt, der „Freude hat an der Weisung des Herrn“, wie es im Psalm 1 heißt. Wer als Gerechter lebt, verlässt sich auf Gottes Verheißungen und richtet sein Leben an der Schrift aus. Er setzt seine Hoffnung voll und ganz auf Gott und vertraut sich seiner Treue an.
An Simeon und Hanna können wir ablesen, was dies bedeutet: Beide sind gerecht und fromm – sie leben aus dem Wort Gottes. Dies meint nicht, die Schrift als ein Regelwerk zu nehmen, an das man sich kleinlich und zwanghaft zu halten habe. Es meint, die Schrift aus einer persönlichen, liebenden Hinwendung zu Gott her zu lesen und zu verstehen.
Und aus dieser Haltung heraus, erkennt Simeon eine Verheißung, die Gott für die Zukunft noch Größeres zutraut, als seine Treue bereits getan hat. Simeon wartete auf die Rettung Israels, heißt es im heutigen Evangelium.
Es ist derselbe Geist Gottes, der Simeon zur prophetischen Lektüre der Schrift ermutigt und der ihn nun, da sich die Zeit erfüllen soll, in den Tempel führt. Und er erkennt: In diesem Kind erfüllt sich die Schrift. Gottes Verheißungen erweisen sich als gültig.
Simeon, der Gerechte, ist ein prophetischer, wir können auch sagen: ein geistlicher Mensch. Als ein Hoffender ist er offen geblieben für Gottes Anruf. Er rechnet mit dem Heilshandeln Gottes in der Gegenwart. Dies drückt sich in seinem Lobpreis aus, den uns Lukas überliefert.
Der Lobgesang Simeons verwendet Worte des Propheten Jesaja. Diese machen zwei Dinge über dieses Kind deutlich: Zum einen wird Jesus in die Verheißungen seines Volkes gestellt, indem er mit dem Gottesknecht im Buch Jesaja identifiziert wird. Dessen Sendung hat etwas Universales; sie geht, wie Jesaja deutlich macht, über Israel hinaus und beinhaltet eine Heilszusage an alle Völker. Zum anderen geht es um ein Trostwort an Israel: Die Herrlichkeit Gottes kündigt dem verängstigten Volk sein rettendes Eingreifen an.
Dies bestätigt sich noch einmal in Hannas prophetischer Verkündigung.
Was Simeon und Hanna geglaubt haben, erfüllt sich in diesem Kind. Jesus lebt nicht allein aus dem Wort der Schrift, er ist das lebendige Wort Gottes selbst. Und dieses Wort fordert zur Entscheidung heraus. Und diese Entscheidung kann schmerzlich sein. Die Befreiung, die dieses Kind bringt, ‚kostet den Schmerz des Kreuzes‘, schreibt Benedikt XVI. in seiner Jesustrilogie über die Vorhersage Simeons.
Der Glaube an dieses Kind ist keine Ideologie. Denn Glaube ist kein nacktes Gerüst aus Glaubenssätzen und Theorien. Es geht um eine lebendige Beziehung. Und eine solche Beziehung verlangt den Einsatz der ganzen Person. Der Christ muss sein Leben und seine Taten aus der lebendigen Beziehung zu Gott und seinem menschgewordenen Wort bedenken und reflektieren – so wie Simeon und Hanna es getan haben, als Gerechte, die an Gottes Verheißungen festgehalten haben.“
(aus: Axel Bernd Kunze, in: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen, 1/2020)
von Herzen wünsche ich Ihnen einen guten Beschluss dieses Jahres sowie Zuversicht und Gottes Geleit für das neue Jahr. Ich danke Ihnen für Ihre treue Verbundenheit und freue mich auch weiterhin auf die streitbare bildungsethische Debatte. Wie schon bisher bleibt es die Überzeugung von „Bildungsethik“, bildungsethische Fragen in einem breiten politisch-gesellschaftlichen Kontext zu diskutieren. Ihr fortgesetztes Interesse würde mich freuen.
„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und denen, die wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“ Diese Worte sind mehr als zweieinhalbtausend Jahre alt. Und sie sind immer noch kraftvoll. Vielleicht sind uns diese Worte in Krisenzeiten wie den unsrigen besonders nahe. Sie stehen im Alten Testament, im Buch des Propheten Jesaja.
Christinnen und Christen erkennen dieses Licht im Stern, der die Weisen zur Krippe geführt hat, oder im Lichtglanz der Engelscharen, die in der Heiligen Nacht die Geburt Jesu verkündet haben und von denen wir soeben gehört haben. Jesus Christus ist der große Friedensbringer, der Friedensfürst, den Jesaja schon lange zuvor angekündigt hat. Und in der Weihnachtsnacht singen die Engel dann: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“
Frieden – dieses Wort steht über der Krippe des kleinen Jesuskindes. Frieden – das ist auch das erste Wort, das der Auferstandene zu den Jüngern sagen wird. Frieden – das ist auch die große Bitte unserer Tage. Allzu friedlos und krisenhaft erscheint uns unsere gegenwärtige Welt. Nicht wenige wollen davon am liebsten gar nichts mehr wissen und reduzieren ihren Nachrichtenkonsum. Umso drängender stellt sich die Frage, wie wir angesichts einer alles andere als heilen Welt heute von der Weihnachtsbotschaft sprechen können.
Wir haben zu Beginn gelesen, welche Sehnsucht nach Frieden uns heute erfüllt, was uns bewegt. Schon immer haben Menschen tiefe Sehnsüchte in sich getragen. Auch das Volk Israel, wir lesen im Alten Testament davon. Im Kommen Jesu erfüllen sich die uralten Verheißungen der Propheten. Gott erfüllt die Versprechen an sein Volk. Und dies ist unwiderruflich. Gott läutet an Weihnachten eine wirkliche Zeitenwende ein, er setzt einen Neuanfang, indem er in seinem Sohn Jesus Christus Teil unserer Menschheitsgeschichte wird. Seitdem zählen wir auch unsere Jahre vor und nach Christus. Gott wird Mensch, voll und ganz. Im hilflosen Säugling in der Krippe.
Die Treue und Liebe Gottes zu uns, die wir an Weihnachten feiern, gilt der ganzen Menschheit. Wer sich zu Jesus hält, an ihn glaubt, ihm nachfolgt, der findet Erlösung und Frieden, der wird geheilt und heil.
Aber etwas anderes gehört auch zu unserer Erfahrung: Auch nach dieser Zeitenwende Gottes gibt es Krisen und Unheiles in dieser Welt. Es wäre ein Verrat an den uralten Verheißungen, dies schönreden zu wollen, auch wenn ich niemandem die Weihnachtsstimmung vermiesen will. Noch leiden Menschen, erfahren sie Unrecht und Gewalt. Noch sind nicht alle Opfer der Geschichte gerechtfertigt. Wir Menschen könnten dies auch gar nicht.
Aber im Licht der Weihnachtsbotschaft wissen wir: Gottes Treue ist echt. Jesus hat uns die Liebe und Treue Gottes ganz leibhaftig erlebbar gemacht. Und Jesus wirkt fort, in dieser Welt, bis er einst wiederkommen wird, um Menschheit und Schöpfung zu vollenden.
Friede – das ist die Botschaft der Engel in der Weihnachtsnacht. Und die Engel singen uns auf diese Weise, wie Martin Luther gedichtet hat, „ein neues Jahr“. Die ökumenische Jahreslosung für das neue Jahr 2024 lädt uns ein, selbst zu Friedensbringern zu werden. Sie lautet: „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ Die Worte sind dem ersten Korintherbrief entnommen.
Ein großes Wort. Und doch: Wir dürfen es wagen, unsere Aufgaben – als Schul- und Hausgemeinschaft wie jeder Einzelne persönlich – „in Liebe“ anzugehen und so diese Welt ein wenig friedvoller zu gestalten. Weil Gott uns zuerst geliebt hat – in Jesus Christus, seinem Sohn, der an Weihnachten geboren ist.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen und Ihren Lieben ein lichtvolles Weihnachtsfest, einen geruhsamen, erholsamen Beschluss des Jahres und ein friedvolles, von Gott gesegnetes neues Jahr 2024.
(Predigt ausder Christfeier einer Fachschule für Sozialpädagogik vor den Weihnachtsferien)