Rezension: Vernünftiger Wille oder Wille zur Vernunft?

Axel Bernd Kunze rezensiert:

Cover Dietmar Langer: Vernünftiger Wille oder Wille zur Vernunft? ISBN 978-3-339-13454-7

Dietmar Langer: Vernünftiger Wille oder Wille zur Vernunft? Zur Frage, wie kommt man eigentlich zur Vernunft ? und ihrer Bedeutung für die Erziehung zur Mündigkeit, Hamburg: Verlag Dr. Kovac 2023. 224 Seiten. ISBN 978-3-339-13454-7. D: 84,80 EUR, A: 87,20 EUR.
Reihe: Schriften zur Pädagogischen Theorie, Band 21.

https://www.socialnet.de/rezensionen/31261.php

Rezension: Die Bibel bildet

„Theologie und höhere Bildung“ heißt das neue Themenheft der Zeitschrift CONCILIUM. Darin rezensiert Axel Bernd Kunze die folgenden Titel (Jg. 59, Heft 5 v. Dezember 2023, S. 604 – 609):

Irmtraud Fischer, Jörg Frey, Ottmar Fuchs, Katharina Greschat, Alexandra Grund-Wittenberg, Bernd Janowski, Ralf Koerrenz, Volker Leppin, Tobias Nicklas, Gabrielle Oberhänsli-Widmer, Uta Poplutz, Dorothea Sattler, Konrad Schmid, Andreas Schüle, Günter Thomas, Samuel Vollenweider, Michael Welker (Hgg.): Bildung (Jahrbuch für Biblische Theologie; Bd. 35/2020), Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 2021, 298 Seiten.

Marianne Heimbach-Steins, Michelle Becka, Johannes J. Frühbauer, Gerhard Kruip (Hgg.): Christliche Sozialethik. Grundlagen – Kontexte – Themen. Ein Lehr- und Studienbuch, Regensburg: Friedrich Pustet 2022, 528 Seiten.

CONCILIUM, das bisher im Würzburg Echter-Verlag erschienen ist, wird ab dem kommenden Jahrgang 2024 vom Verlag Karl Alber im Rahmen der Nomos-Verlagsgruppe herausgebracht.

Tagungsbericht: Pfingstakademie des Kardinal-von-Galen-Kreises

Ingo Potthast berichtet über die Pfingstakademie 2023 des Kardinal-von-Galen-Kreises im Kloster Maria Engelport:

Ingo Potthast: „Konzilien – Zeichen der Leitung durch den Heiligen Geist?“. Die Pfingstakademie des Kardinal-von-Galen-Kreises im Kloster Maria Engelport, in: Der Fels. Katholisches Wort in die Zeit 53 (2023), H. Dezember, S. 358 – 361; Fortsetzung: 54 (2024), H. Januar, S. 20 f.

Axel Bernd Kunze referierte im Rahmen der Tagung über den Umgang mit Konfessionalität im Bildungssystem:

Neujahrsgrüße

Liebe Leserinnen und Leser von „Bildungsethik“,

von Herzen wünsche ich Ihnen einen guten Beschluss dieses Jahres sowie Zuversicht und Gottes Geleit für das neue Jahr. Ich danke Ihnen für Ihre treue Verbundenheit und freue mich auch weiterhin auf die streitbare bildungsethische Debatte. Wie schon bisher bleibt es die Überzeugung von „Bildungsethik“, bildungsethische Fragen in einem breiten politisch-gesellschaftlichen Kontext zu diskutieren. Ihr fortgesetztes Interesse würde mich freuen.

Mit herzlichen Grüßen, Ihr Axel Bernd Kunze

Rezension: Pädagogisches Neusprech

Axel Bernd Kunze rezensiert in der aktuellen PROFIL-Ausgabe des Deutschen Philologenverbandes den Band:

Karl-Heinz Dammer, Anne Kirschner (Hgg.): Pädagogisches Neusprech. Zur Kritik aktueller Leitbegriffe (Pädagogik kontrovers), Stuttgart: W. Kohlhammer 2023, 260 Seiten, 36 Euro

Axel Bernd Kunze (Rez.): Pädagogisches Neusprech. Zur Kritik aktueller Leitbegriffe, in:

Profil. Das Magazin für Gymnasium und Gesellschaft (2023), Heft 12, S. 38 – 40.

Neuerscheinung: Menschenwürde im Intensivstaat? – Jetzt erhältlich.

Seit 20. Dezember 2023 im Buchhandel erhältlich:

Oleg Dik, Jan Dochhorn, Axel Bernd Kunze: Menschenwürde im Intensivstaat? Theologische Reflexionen zur Coronakrise (Philosophie interdisziplinär; 54, hg. v. Harald Schwaetzer und Henrieke Stahl), Regensburg: S. Roderer 2023, 258 Seiten.

mit folgenden Beiträgen:

  • Vorwort
  • Jan Dochhorn: Einführung: Von einer Tagesordnung zu der anderen
  • Axel Bernd Kunze: Gesprächsstörungen. Eine sozial- und bildungsethische Ursachensuche im Angesicht der Coronakrise
  • Jan Dochhorn: Paradoxologia Theologica. Ansätze zu einer Gesellschaftskritik aus theologischer Sicht angesichts der Coronakrise
  • Oleg Dik: Die zerrissene Menschenwürde. Corona als Symptom einer theologischen Krise
  • Axel Bernd Kunze: Intensivstaat und zivilgesellschaftliche Staatsbedürftigkeit. Sozial- und freiheitsethische Betrachtungen zum Staatsverständnis (nicht nur) in Coronazeiten.

Aus der Verlagsankündigung:

„Der Einzelne hätte keinen Arbeitsplatz mehr“. So kommentierte Ende 2021 der Justizminister von Nordrhein-Westfalen, Peter Biesenbach (CDU), seinen Vorschlag, 2G am Arbeitsplatz einzuführen. Die drei Autoren dieses Bandes interessieren sich für diesen Einzelnen und erörtern aus theologischer Perspektive, wie es dazu kommen konnte, dass man in der Coronakrise so über ihn redete. Oleg Dik identifiziert eine unbewusste Dynamik in der Gesellschaft, eine Strategie des Ekels gegen das Abweichende, und setzt ihr die gemeinschaftsbildende Kraft der Eucharistie entgegen. Jan Dochhorn identifiziert eine Tragik des Gesellschaftlichen: Wider ihren Willen und ohne Verstehen realisiert Gesellschaft immer wieder das Gegenteil handlungsleitender Ideale – entsprechend dem, was Paulus über den sündunterworfenen Menschen schreibt. Gesellschaft ist nicht als der Ort von Emanzipation zu sehen, sondern ist ein Götze geworden, eine divinisierte Bezugsgröße von Erlösungs- und Bedrohungs¬phantasien. Axel Bernd Kunze behandelt das Paradox, dass wir nach Zeiten der Staatsvergessenheit mit der Coronakrise unversehens mit einem Intensivstaat zu tun hatten (und zunehmend weiter haben); er sucht in einem weiteren Beitrag nach Bedingungen für eine gesellschaftliche Versöhnung.

Neugründung: Bündnis Beitragszahler – für mehr Finanzkontrolle und Demokratie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Dezember 2023 : Neue Bürgerinitiative wehrt sich gegen Umerziehung durch den ÖRR

Unter dem Dach der Atlas Initiative ist eine neue Bürgerbewegung „Bündnis Beitragszahler“ angetreten, den Missbrauch des öffentlich-rechtlichen deutschen Rundfunks zur Umerziehung der Beitragszahler und als Selbstbedienungsladen des Führungspersonals zu beenden. „Wir erzeugen Druck auf die Politik, um weitere Beitragserhöhungen zu stoppen und die Verantwortlichen zur Räson zu rufen,“ sagt das Führungstrio Konrad Adam, Walter Krämer und Josef Kraus. „Es ist in höchstem Grade undemokratisch, dass sich die veröffentlichte deutsche Meinung zu so großen Teilen aus einer einzigen rot-grünen ideologischen Quelle speist und alternative Standpunkte unterschlagen oder verfälscht berichtet werden.“

Dadurch würde Artikel 5 des Grundgesetzes teilweise ausser Kraft gesetzt (§1: „Jeder hat das Recht,…sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten“) und die dem ÖRR höchstrichterlich zugestandenen Privilegien würden brutal missbraucht. Parallel betreibt das Bündnis deshalb auch einen Appell an das Bundesverfassungsgericht, die Politik an das Grundgesetz und den daraus im Medienstaatsvertrages abgeleiteten Auftrag zu erinnern „einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben“ (§ 26 MStV). Der finde derzeit nicht mehr statt. Stattdessen werde auf den öffentlich-rechtlichen Wellen und Kanälen eine sehr einseitige Weltsicht propagiert. In einer Umfrage unter ARD-Volontären vor der letzten Bundestagswahl gaben 57% der Befragten an, die Grünen zu wählen, 23% wählten die Linken, 12% die SPD. Auf Union und FDP zusammen entfielen rund 4%. Aber auch in den höheren Positionen sind konservative oder liberale Ansichten kaum noch vertreten. Dies soll nach dem Willen des Bündnis‘ Beitragszahler anders werden.

Das Gründungsmanifest kann unter www.rote-karte-staatsfunk.de mitgezeichnet werden.

Mehr unter: www.rote-karte-staatsfunk.de

Kontakt: Prof. Dr. Walter Krämer – walterk@statistik.tu-dortmund.de

Die Atlas Initiative ist ein gemeinnütziger und parteiübergreifender Verein, der die Werte unserer freiheitlichen-demokratischen Grundordnung aktiv fördert und unterstützt.

Spendenkonto: Atlas – Förderung der Initiative für Recht und Freiheit e.V.
Frankfurter Sparkasse, IBAN: DE56 5005 0201 0200 6987 29, BIC: HELADEF1822

Quelle: Pressemitteilung Atlas – Förderung der Initiative für Recht und Freiheit e. V.

Neuerscheinung: Schulische Lehrkunst in digitalen Zeiten

LEHRKUNST UND VIRTUALITÄT – so heißt das neue Themenheft der Pädagogischen Rundschau, unter den Beiträgen auch ein Zugang aus bildungsethischer Perspektive:

Axel Bernd Kunze: Personal gestaltet und erfahren. Anmerkungen zur schulischen Lehrkunst aus bildungsethischer Perspektive – (nicht allein) in digitalen Zeiten,

in: Pädagogische Rundschau 77 (2023), H. 6 (November – Dezember), S. 735 – 750.

Predigtgedanken zur Weihnacht: Frieden

„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und denen, die wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“ Diese Worte sind mehr als zweieinhalbtausend Jahre alt. Und sie sind immer noch kraftvoll. Vielleicht sind uns diese Worte in Krisenzeiten wie den unsrigen besonders nahe. Sie stehen im Alten Testament, im Buch des Propheten Jesaja.

Christinnen und Christen erkennen dieses Licht im Stern, der die Weisen zur Krippe geführt hat, oder im Lichtglanz der Engelscharen, die in der Heiligen Nacht die Geburt Jesu verkündet haben und von denen wir soeben gehört haben. Jesus Christus ist der große Friedensbringer, der Friedensfürst, den Jesaja schon lange zuvor angekündigt hat. Und in der Weihnachtsnacht singen die Engel dann: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“

Frieden – dieses Wort steht über der Krippe des kleinen Jesuskindes. Frieden – das ist auch das erste Wort, das der Auferstandene zu den Jüngern sagen wird. Frieden – das ist auch die große Bitte unserer Tage. Allzu friedlos und krisenhaft erscheint uns unsere gegenwärtige Welt. Nicht wenige wollen davon am liebsten gar nichts mehr wissen und reduzieren ihren Nachrichtenkonsum. Umso drängender stellt sich die Frage, wie wir angesichts einer alles andere als heilen Welt heute von der Weihnachtsbotschaft sprechen können.

Wir haben zu Beginn gelesen, welche Sehnsucht nach Frieden uns heute erfüllt, was uns bewegt. Schon immer haben Menschen tiefe Sehnsüchte in sich getragen. Auch das Volk Israel, wir lesen im Alten Testament davon. Im Kommen Jesu erfüllen sich die uralten Verheißungen der Propheten. Gott erfüllt die Versprechen an sein Volk. Und dies ist unwiderruflich. Gott läutet an Weihnachten eine wirkliche Zeitenwende ein, er setzt einen Neuanfang, indem er in seinem Sohn Jesus Christus Teil unserer Menschheitsgeschichte wird. Seitdem zählen wir auch unsere Jahre vor und nach Christus. Gott wird Mensch, voll und ganz. Im hilflosen Säugling in der Krippe.

Die Treue und Liebe Gottes zu uns, die wir an Weihnachten feiern, gilt der ganzen Menschheit. Wer sich zu Jesus hält, an ihn glaubt, ihm nachfolgt, der findet Erlösung und Frieden, der wird geheilt und heil.

Aber etwas anderes gehört auch zu unserer Erfahrung: Auch nach dieser Zeitenwende Gottes gibt es Krisen und Unheiles in dieser Welt. Es wäre ein Verrat an den uralten Verheißungen, dies schönreden zu wollen, auch wenn ich niemandem die Weihnachtsstimmung vermiesen will. Noch leiden Menschen, erfahren sie Unrecht und Gewalt. Noch sind nicht alle Opfer der Geschichte gerechtfertigt. Wir Menschen könnten dies auch gar nicht.

Aber im Licht der Weihnachtsbotschaft wissen wir: Gottes Treue ist echt. Jesus hat uns die Liebe und Treue Gottes ganz leibhaftig erlebbar gemacht. Und Jesus wirkt fort, in dieser Welt, bis er einst wiederkommen wird, um Menschheit und Schöpfung zu vollenden.

Friede – das ist die Botschaft der Engel in der Weihnachtsnacht. Und die Engel singen uns auf diese Weise, wie Martin Luther gedichtet hat, „ein neues Jahr“. Die ökumenische Jahreslosung für das neue Jahr 2024 lädt uns ein, selbst zu Friedensbringern zu werden. Sie lautet: „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ Die Worte sind dem ersten Korintherbrief entnommen.

Ein großes Wort. Und doch: Wir dürfen es wagen, unsere Aufgaben – als Schul- und Hausgemeinschaft wie jeder Einzelne persönlich – „in Liebe“ anzugehen und so diese Welt ein wenig friedvoller zu gestalten. Weil Gott uns zuerst geliebt hat – in Jesus Christus, seinem Sohn, der an Weihnachten geboren ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen und Ihren Lieben ein lichtvolles Weihnachtsfest, einen geruhsamen, erholsamen Beschluss des Jahres und ein friedvolles, von Gott gesegnetes neues Jahr 2024.

(Predigt aus der Christfeier einer Fachschule für Sozialpädagogik vor den Weihnachtsferien)

Zwischenruf: Hoheitliches Handeln – auch in der Schule

Auf Gewerkschaftsseite, das wird in den Kommentaren sehr deutlich, hätte man sich ein anderes Urteil gewünscht. Doch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am 14. Dezember 2023 das Streikverbot für verbeamtete Lehrer bestätigt. Der Beamtenstatus hat in der bildungspolitschen Debatte nicht mehr den besten Ruf, viele halten ihn für einen Anachronismus. Das wäre er möglicherweise, wenn es nur darum ginge, einen Überbietungswettbewerb unter den Ländern zu verhindern. Bei Artikel 11 der Europäischen Menschenrechtskonvention, auf den sich der Europäische Gerichtshof bei seinem Urteil stützt, geht es allerdings um mehr. Ausnahmen vom Streikrecht sind zulässig, wenn es um ein hoheitliches Handeln des Staates geht. Und ein solches liegt auch dort vor, wo der Staat in Gestalt eigener Lehrkräfte seinem eigenständigen Bildungs- und Erziehungsauftrag nachkommt. Dieses hoheitliche Handeln wiegt in Deutschland besonders stark, weil hier die Bindung zwischen Bildungs- und Berechtigungswesen historisch besonders eng ist. Dies zu verkennen, wäre ein romantischer Blick auf Schule, der letztlich auch mit dem Leistungsgedanken fremdelt. Die Ergebnisse sehen wir in Gestalt einer nachlassenden Leistungsfähigkeit des Bildungssystems. Der Staat vergibt Bildungstitel, die erheblich in die persönliche Lebensplanung eingreifen können. Das Berechtigungswesen verlangt nach Unparteilichkeit und Unabhängigkeit. Allerdings – auch das hat der Europäische Gerichtshof klargestellt: Auch Beamte brauchen gesicherte und angemessene Mitwirkungsrechte. Und verbeamtete Lehrer brauchen angemessene Arbeitsbedingungen und angemessene Besoldung. Die verzögerte Übernahme von Tarifabschlüssen für Beamte entspricht einer solchen Forderung nicht unbedingt. Wie schon im Fall der Kirchen, erhöht das Urteil vermutlich den Druck auf den Staat, die Gewerkschaften stärker einzubinden.