Viri Galilaei, quid admiramini aspicientes in caelum? Alleluia.
Quemadmodum vidistis eum ascendentem in caelum, ita veniet. Alleluia.
Omnes gentes, plaudite manibus; iubilate Deo in voce exsultationis.
(aus dem Introitus an Christi Himmelfahrt)
„Auf der Liste der Feste, von denen man meint, sie sollten abgeschafft werden, steht Himmelfahrt ganz oben“, hat der Neutestamentler Klaus Berger einmal beklagt. Drei Gründe macht er dafür aus.
Wenn wir Christi Himmelfahrt nur als eine alte Geschichte in vormodernem Gewand feiern wollten, wäre dieses Fest tatsächlich überflüssig. In ihrer Feier soll Christi Himmelfahrt vielmehr gegenwärtig werden als ein Ereignis, das uns zutiefst betrifft: Die Himmelfahrt beschließt das Osterereignis – als sichtbarer, sieghafter Übergang Jesu, des Gekreuzigten, in die Herrlichkeit des Vaters. Er erweist sich tatsächlich als jener Hohepriester und Prophet, in dem sich Israels Verheißungen unüberbietbar erfüllen.
Nicht die Unheilspropheten und Todesboten, die unsere Welt mit Terrorismus, Gewalt und Menschenverachtung überziehen, werden das letzte Wort behalten. So wie Jesus sichtbar von uns gegangen ist, so wird er auch sichtbar wiederkommen in Macht und Herrlichkeit, um alles zu vollenden. Himmelfahrt zeigt uns, was wir erhoffen dürfen: die Vollendung des Menschen, so wie Gott ihn gewollt hat, in Freiheit vor Gott, in der Herrlichkeit des Himmels – nicht als Ausdruck maßloser Selbstüberschätzung des Menschen, sondern als Zusage von Gottes Treue. Größer und hoffnungsvoller können wir vom Menschen nicht sprechen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Himmelfahrtstag.