AG Christliche Sozialethik ./. Die Neue Ordnung – ein Fall deutscher „Cancel Culture“

2019 hatte die AG Christliche Sozialethik einen Boykottaufruf gegen die sozialethische Fachzeitschrift „Die Neue Ordnung“ gestartet, der ebenfalls dazu aufrief, die Zeitschrift in Bibliotheken auszulisten. Die Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP) konnte sich damals nicht entschließen, gegen den Vorgang Stellung zu beziehen und für die Publikationsfreiheit der betroffenen Kollegen einzutreten. Umso wichtiger ist es, dass das neugegründete Netzwerk Wissenschaftsfreiheit die Causa in diesem Jahr als Beispiel deutscher Cancel Culture in seine Dokumentation aufgenommen hat. Die GKP-Informationen vom Mai 2021 (S. 7) weisen aber wenigstens auf die abweichende Einschätzung des Boykottaufrufs hin, welche dieser nun erfahren hat.

Ich verstehe Wissenschafts-, Publikations- oder Pressefreiheit so, dass alles gedruckt (nahezu alles – aber die Grenzen müssen strafrechtlich konkret und eng abgesteckt werden, etwa weil Freiheitsrechte Dritter angegriffen werden), verbreitet und in Bibliotheken dokumentiert werden muss, damit es dann – gern auch kontrovers – diskutiert werden kann. Und dann darf auch , wenn notwendig sehr deutliche, Kritik geübt werden. Aber im freiheitlichen Rechts- und Verfassungsstaat darf sich niemand anmaßen, vorab den Diskurs zu beschneiden, indem missliebige Positionen von vornherein aus dem öffentlichen Diskurs ferngehalten werden.

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