Pressemitteilung: Podiumsdiskussion „Ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk noch zu retten?“

PRESSEMITTEILUNG

MEINUNGSVIELFALT.JETZT lädt ein zur PODIUMSDISKUSSION

in die Alte Pfarrkirche Pankow, Berlin am 17.06.2024:

„IST DER ÖFFENTLICH-RECHTLICHE RUNDFUNK
NOCH ZU RETTEN?“

Gut sechs Wochen ist es her, dass die Gruppe Meinungsvielfalt.jetzt – ein lockerer Zusammenschluss von ca. 70 Mitarbeitern von ARD, ZDF und Deutschlandradio – mit ihrem „Manifest für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland“ an die Öffentlichkeit ging und für einen Paukenschlag sorgte.

https://meinungsvielfalt.jetzt/manifest.html

Die Resonanz war beeindruckend:

Zahlreiche Medien haben – teilweise kontrovers- berichtet. Vor allem die Kommentare unter den diversen Zeitungsartikeln und Interviews zum Manifest zeigen, wie unzufrieden viele Beitragszahler mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) sind. Sei es mit Blick auf die mangelnde Programmvielfalt, die unausgewogene Berichterstattung oder auch auf die strukturell begründeten Skandale – Beispiel rbb.
Besonders aufschlussreich sind die 11.000 Kommentare von den rund 25.000 Unterzeichnern unserer Petition zur „Erneuerung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“: 

https://www.openpetition.de/petition/online/erneuerung-des-oeffentlich-rechtlichen-rundfunks

Dies alles unterstreicht die Notwendigkeit einer andauernden und gesellschaftlich breit geführten Diskussion über den ÖRR.
Wir, die langjährigen Mitarbeiter, halten einen politisch völlig unabhängigen, qualitativ hochwertigen und im Interesse der Beitragszahler agierenden Rundfunk für sehr wichtig und notwendig.

Die Evangelische Kirche lädt in diesem wichtigen Wahljahr unter dem Motto „Zusammen streiten“ zum Diskurs und Dialog ein und unterstützt in diesem Rahmen auch Gespräche über eine mögliche Erneuerung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Sie bietet der Gruppe „Meinungsvielfalt.jetzt“ die Möglichkeit, alle Interessierten zu einer Podiumsdiskussion in die Kirche Berlin-Alt Pankow einzuladen. Wir erhoffen uns von dieser Diskussion einen angeregten Austausch von Kritik, Ideen und Anregungen – sowohl von den Podiumsteilnehmern, als auch aus den Reihen des Publikums.

PODIUMSDISKUSSION

IST DER ÖFFENTLICH-RECHTLICHE RUNDFUNK NOCH ZU RETTEN?“

Wann: am 17. Juni 2024 um 19 Uhr

Wo: Alte Pfarrkirche Pankow, Breite Straße 37, 13187 Berlin

Podiumsgäste:

– Harald Geywitz, Präses der Landessynode Berlin Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und Mitglied des Rundfunkrates des rbb
– Alexander King, MdA BSW
– Stefan Gelbhaar, MdB Die Grünen
– Prof. Jens Wendland, Medienwissenschaftler
– Anne Mücke, Journalistin / Meinungsvielfalt.jetzt

Moderation: Dietmar Ringel, Journalist/ehem. rbb

Der Eintritt ist frei!

Kontakt:

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an

presse@meinungsvielfalt.jetzt                                               

6. Juni 2024

Rezension: Einigkeit und Recht und Freiheit?

Der bekannte Studentenhistoriker Bernhard Grün rezensiert in der aktuellen Ausgabe der Akademischen Monatsblätter (163. Jg., Nr. 4/2024, S. 125 f.) den Band:

Oleg Dik, Jan Dochhorn, Axel Bernd Kunze: Menschenwürde im Intensivstaat? Theologische Reflexionen nach Corona (Philosophie interdisziplinär; 54), Regensbur 2023.

Aus der Rezension: „Wir erleben aktuell, wie ein maßloser Staat in alle Lebensbereiche hineinregiert und die Gesellschaft unter ein fragwürdiges Paradigma ‚unserer Werte‘ und ‚unserer Demokratie‘ stellt. Das Klima ist vergiftet. Wachsamkeit und Resilienz sind gefordert. Lasst uns darüber nachdenken, miteinander reden, besonnen dagegen handeln.“

Verantwortung der Wissenschaft für die Schäden der Corona-Politik

Leserbrief zur Ausgabe 4/2024 von „Forschung & Lehre“, der Zeitschrift des Deutschen Hochschulverbandes (DHV), von der Redaktion nicht abgedruckt:

Der Schwerpunkt des April-Heftes von Forschung & Lehre lautet „Verantwortung“. Die fünf Beiträge blättern das Thema auf 15 Seiten nach gemischten Kriterien auf: die philosophischen Grundlagen (Stoecker), die Präventivverantwortung der Wissenschaft für „schutzwürdige Güter“ (Siegmund/Fritsch), die  Vielfalt der „Stakeholder“ der „multifunktionalen Hochschule“ (Ash), die rechtliche Verantwortung für „Fehlverhalten im Wissenschaftssystem“ (Gädertz) sowie ein Potpourri von sieben weiteren „Stimmen aus der Wissenschaft“.

Weitgehend außen vor bleibt das gesellschaftlich wohl wichtigste Thema der vergangenen Jahre, die harten Corona-Jahre, als unsere grundgesetzlichen Freiheiten im Zeichen „evidenzbasierter“ Politik ihre größte Bewährungsprobe erlebten. An vorderster Front mitverantwortlich hierfür sowie für die Beleidigungen („Wissenschaftsleugner“) und Ausgrenzungen der Kritiker waren Wissenschaftler und Wissenschaftsinstitutionen (einschließlich des Deutschen Hochschulverbandes), deren Vereinnahmungen durch die Politik („follow the science“, „science will win“) jüngst bestätigt wurden durch die Krisenstab-Protokolle des Robert-Koch-Instituts. Dies ist der sprichwörtliche „elephant in the room“, von dem dieses Schwerpunktheft schweigt.

Allein Ash streift den Punkt aus sicherer Distanz mit der Feststellung, spätestens „seit der Coronakrise, aber eigentlich schon viel früher“ werde die Offenlegung von Forschungsmethoden, Daten, Datenvernetzungen und Ergebnissen sowie der Unsicherheitsfaktoren in der Urteilsbildung von Expertinnen und Experten“ gefordert. Aber warum werden sie gefordert und von wem? Es haben sich hier – mit präzisen wissenschaftlichen Argumenten – gerade die Kritiker der Coronamaßnahmen hervorgetan, die man eher gewaltsam ausgegrenzt hat, als dass man ihnen argumentativ begegnet wäre. Wieder ist Chance der Aufarbeitung vertan worden, passend zu den fünf Beiträgen des Schwerpunktthemas „Wissenschaft und Politik“ aus dem Heft 5/2023.


Professor Dr. jur. Günter Reiner, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg

Privatdozent Dr. theol. Axel Bernd Kunze, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Associate Professor Dr. theol. Jan Dochhorn Durham University/UK

Replik: „Patriotismus ist nicht unchristlich“

„Patriotismus ist nicht unchristlich“, meint Felizitas Küble (48167 Münster) in einem Leserbrief in der „Tagespost“ vom 31. Mai 2024. Sie antwortet mit diesem auf das „Pro & Contra“ von Peter Schallenberg und Axel Bernd Kunze zur Frage „Unchristlicher ‚Ethnos‘?“ in der Ausgabe vom 10. Mai 2024:

https://www.die-tagespost.de/leben/aus-aller-welt/das-volk-als-ethnos-ist-das-unchristlich-art-251063

Die Leserbriefschreiberin zitiert am Ende den früheren Kölner Erzbischof und Sozialethiker Joseph Höffner, der 1983 meinte: „Nach christlichem Verständnis gründet die Liebe zum Vaterland in der ehrfürchtigen Zugneigung jenen gegenüber, denen wir unseren Ursprung verdanken: Gott, unseren Eltern und dem Land unserer Väter, wo unsere Wiege stand. Der christliche Patriotismus ist kein bloßes Gefühl, erst recht kein überzogener Nationalismus, sondern eine lebendige Anteilnahme am Wohl und Wehe unseres Volkes.“ Ein solcher Patriotismus habe „etwas mit Gott zu tun“ und werde sich „als eine sittliche Verpflichtung vor allem in Zeiten der Not bewähren“. Das sind andere Töne eines Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, als man sie heute aus Bischofsmund hört.

Rezension: Auferstehung

Mehr als Auferstehen : Ostern und seine Folgen – bis heute – unter dieser Überschrift würdigt Axel Bernd Kunze im Themenheft „Auferstehung“ der Zeitschrift Concilium (60. Jg., 2024, H. 2, S. 109 – 113) folgende Titel:

Hans Kessler: Auferstehung? Der Weg Jesu, das Kreuz und der Osterglaube, Ostfildern: Matthias Grünewald 72022, 203 Seiten;

Peter Trummer: Auferstehung jetzt – Ostern als Aufstand. Theologische Provokationen, Freiburg i. Brsg.: Herder 205 Seiten.

Rezension: Krieg und Frieden

Vom gerechten zum ganzheitlichen Frieden – unter dieser Überschrift würdigt Axel Bernd Kunze im Themenheft „Krieg und Frieden“ der Zeitschrift Concilium (60. Jg., 2024, H. 1, S. 105 – 111) folgende Titel:

Rose Marie Berger/Ken Butiganz/Judy Coode/Marie Dennis (Hgg.): Gewaltfreiheit und Gerechten Frieden in Kirche und Welt fördern. Biblische Theologie, ethische, pastorale und strategische Dimensionen der Gewaltfreiheit, Ostfildern: Matthias Grünewald 2024, 320 Seiten;

Alexander Deeg/Christian Lehnert (Hgg.): Krieg und Frieden. Metaphern der Gewalt und der Versöhnung im christlichen Gottesdienst (Beiträge zu Liturgie und Spiritualität), Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2022, 182 Seiten.

Bamberg: Haus der Bamberger Burschenschaft Alemannia nach Sanierung eingeweiht

Haussegnung am 163. Stiftungsfest durch Pfarrvikar Müllner

Bamberg (31.05.2024/abk) Das Alemannenhaus gegenüber der Ottokirche ist durch die schwarz-rot-goldene Fahne an der Straßenseite deutlich zu erkennen. Das Haus, das die Leipziger Burschenschaft Alemannia zu Bamberg 1999 erworben hat, ist Mittelpunkt des Verbindungslebens und Wohnheim zugleich. Zum diesjährigen Stiftungsfest, das traditionell am Samstag nach Fronleichnam begangen wird, konnte das Haus nach umfassender Sanierung mit einem Festakt eingeweiht werden.

Zu Beginn segnete Christian Müllner, Pfarrvikar im Seelsorgebereich Bamberger Osten, die neugestalteten Räumlichkeiten. In seiner Predigt zeigte er sich erfreut, dass in der Pfarrei eine christliche Studentenverbindung ansässig sei. Müllner, der auch Grüße des Leitenden Pfarrers im Seelsorgebereich und der evangelischen Gemeinde mitbrachte, hob den Einsatz christlicher Burschenschaften für den Erhalt ethischer und kultureller Werte hervor. Diese seien für ein humanes Zusammenleben unverzichtbar und müssten gerade heute aktiv gepflegt werden. Eingeladen zur Feier waren die beteiligten Handwerker, Freunde der Verbindung aus Universität und Bamberger Stadtöffentlichkeit sowie befreundete Verbindungen.

Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen wurde zum einen der Veranstaltungsraum im Erdgeschoss, in der Studentensprache Kneipsaal genannt, vergrößert, indem Küche und Sanitäranlagen in das Hinterhaus verlegt wurden. Zum anderen wurde das darüberliegende Wohnheim saniert und der Brandschutz den aktuellen Erfordernissen angepasst. So musste im Innenhof ein zusätzlicher Fluchtweg über eine Außentreppe geschaffen werden. Die Bamberger Alemannia bietet in ihrem Haus günstigen Wohnraum für sechs Studenten an. Finanziert wird das Alemannenhaus mit seinen Wohnheimzimmern durch die Alten Herren, so heißen die Mitglieder der Verbindung, wenn sie ihr Studium abgeschlossen haben.

„Wer bei uns einzieht“, erläuterte Alexander Meier, Diplomwirtschaftsinformatiker und Vorsitzender des Verbandes Alter Herren, die Idee von Studentenverbindungen, „kann schnell Freundschaften am neuen Studienort schließen.“ Eine Verbindung biete wichtige Unterstützung in der neuen Lebensphase und erleichtere den Studieneinstieg, und dies in einer traditionsreichen, verbindlichen, wertorientierten Gemeinschaft, die ein Leben lang hält.

Axel Bernd Kunze, Erziehungswissenschaftler und Schriftführer im Altherrenvorstand, betonte in seiner Begrüßungsansprache: „Wir sind überzeugt davon, dass dieses burschenschaftliche Modell eines Lebensbundes auch heute und zukünftig attraktiv ist.“ Die Sanierung sei eine Investition in die Zukunft. Kunze fuhr fort: „Neben attraktiven Wohnheimzimmern biete das sanierte Haus zugleich bessere Möglichkeiten für Verbindungsfeiern und wissenschaftliche Diskussionsabende.“ Immer wieder kehrten die Alten Herren nach ihrem Studienabschluss hierzu nach Bamberg zurück.

Ein solches Bauprojekt ehrenamtlich zu stemmen, sei eine Herausforderung. Doch habe es dabei eine sehr gute Kooperation mit der Stadt Bamberg gegeben, betonte Kunze im Rahmen seiner Begrüßung weiter.

Zum Ende der Veranstaltung erhielt Dominik Maldoner, Vorsitzender des Hausbesitzervereins, für seinen engagierten Einsatz im Rahmen der Haussanierung das Ehrenband der Alemannia verliehen.

Die Leipziger Burschenschaft Alemannia zu Bamberg wurde ursprünglich 1861 in Leipzig gegründet. Sie ist eine christliche, nichtschlagende Burschenschaft unter dem Wahlspruch „Gott, Freiheit, Vaterland“. Ihr gehören Studenten und Alte Herren unterschiedlicher Fakultäten und Disziplinen an.

Grußwort: Farbe bekennen

Grußwort anlässlich der Segnung und Einweihung des Alemannenhauses in Bamberg (Festakt am 31. Mai 2024):

Das Alemannenhaus gegenüber der Ottokirche ist in den Semesterzeiten durch seine schwarz-rot-goldene Fahne deutlich zu erkennen. Fünfundzwanzig Jahre ist es her, dass unser Bund das Haus erworben hat. Seitdem ist es Mittelpunkt des Verbindungslebens und Treffpunkt der Bundesbrüder, Veranstaltungsort und Wohnheim gleichermaßen, ein Ort der akademischen Debatte, des burschenschaftlichen Feierns und des bundesbrüderlichen Wiedersehens am alten Studienort. Gegründet wurde unsere Leipziger Burschenschaft Alemannia zu Bamberg ursprünglich 1861 in Leipzig, gegründet als christliche, nichtschlagende Burschenschaft unter dem Wahlspruch „Gott, Freiheit, Vaterland“.

Fünfundzwanzig Jahre gehen nicht spurlos vorüber. In diesem Sommersemester konnte eine umfassende Hausrenovierung abgeschlossen werden. Unser Kneipsaal wurde vergrößert, indem Küche und Sanitäranlagen ins Hinterhaus verlegt wurden. Das darüberliegende Wohnheim wurde saniert und der Brandschutz den aktuellen Erfordernissen angepasst. So musste etwa im Innenhof ein zusätzlicher Fluchtweg über eine Außentreppe geschaffen werden.

Den Abschluss der Sanierungsarbeiten wollen wir heute feiern. Im Namen des Vorstands des Verbands Alter Herren darf ich Sie und Euch alle sehr herzlich zu dieser Feierstunde begrüßen.

Wir haben gestern in der Fronleichnamspredigt gehört, warum Menschen sich verbünden, was es bedeutet, miteinander einen Bund zu schließen, sei es im menschlichen Zusammenleben, sei es aber genauso mit Gott. Auch wir sind ein Bund, ein Lebensbund. Unser 163. Stiftungsfest, das wir von Donnerstag bis Sonntag feiern dürfen, bringt dies zum Ausdruck. „Und wer bei uns einzieht“, so schreibt es unser Altherrenvorsitzender, Bbr Meier, auf unserer Internetseite, „findet gleich zu Studienbeginn eine verlässliche Gemeinschaft, die ein Leben lang hält.“ Eine Verbindung ermögliche schnell Freundschaften am neuen Studienort, biete wichtige Unterstützung in der neuen Lebensphase und erleichtere den Studieneinstieg – und dies in einer traditionsreichen, verbindlichen, wertorientierten Gemeinschaft, die ein Leben lang besteht.

Wir sind überzeugt davon, dass dieses burschenschaftliche Modell eines Lebensbundes auch heute und zukünftig attraktiv ist. Eine Sanierung wie die, die wir heute abschließen, ist eine Investition in die Zukunft. Wir möchten auf diese Weise attraktiven und günstigen Wohnraum für Studenten bereitstellen. Und wir hoffen, dass der vergrößerte Kneipraum künftig noch bessere Möglichkeiten für Verbindungsveranstaltungen, Kneipen und wissenschaftliche Abende bietet und dazu einlädt, immer wieder gern nach Bamberg zurückzukommen.

Ein solches Bauprojekt ehrenamtlich zu stemmen, ist eine große Herausforderung. Im Namen des Verbands Alter Herren danke ich allen Bundesbrüdern, die sich tatkräftig und finanziell an der Sanierung beteiligt und diese ermöglicht haben. An erster Stelle muss hierbei unser Bundesbruder Dominik Maldoner, der Vorsitzende des Alemannenhausbesitzervereins, genannt werden, ohne dessen überaus großes Engagement diese Sanierung nicht hätte durchgeführt werden können. Wir werden Deinen Einsatz, lieber Dominik, heute noch in besonderer Weise ehren.

Wir danken allen beteiligten Firmen und Handwerkern, die am Bau beteiligt waren, für ihren Einsatz und die verlässliche Zusammenarbeit. Und wir danken der Stadt Bamberg für die sehr gute Kooperation, die gerade für eine Sanierungsmaßnahme im Welterbeteil unverzichtbar ist.

Seien Sie uns alle herzlich willkommen. Unseren Gästen und uns allen wünsche ich heute eine gute Feier und anregende Begegnungen.

Als christliche Burschenschaft wissen wir darum, dass wir nicht alles selbst in der Hand haben. Wir leben unser burschenschaftliches Engagement – wie es unser Grundgesetz ausdrückt – im „Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und den Menschen“. Ausdruck dafür ist das Kreuz in unserem Kneipsaal, das unser treuer Bbr Otto Schmitt und seine Frau Edith gestiftet haben. Bewusst wollen wir daher das Werk, das wir heute abschließen, unter den Segen Gottes stellen.

Ganz besonders herzlich darf ich daher Hochwürdigen Herrn Pfarrvikar Müllner aus dem Seelsorgebereich Bamberger Osten in unserer Mitte begrüßen. Wir freuen uns sehr, dass Sie zugesagt haben, die Haussegnung vorzunehmen – und damit zugleich auch Gottes Segen für all diejenigen zu erbitten, die in diesem Haus leben, feiern und diskutieren werden. Vergelt’s Gott dafür.

Ein Grußwort hat uns vom Altherrenvorsitzenden der örtlichen CV-Verbindung erreicht, das ich an dieser Stelle gern weitergeben möchte. Fbr Jens Reinhardt schreibt:

„Sehr geehrter Farbenbruder Meier, vielen Dank für Ihre freundliche Einladung. Kommendes Wochenende findet in Berlin die Cartellversammlung der Katholischen Deutschen Studenten­verbindungen statt, an der ich als Altherrenvertreter meiner Fredericia teilnehme. Ich kann daher leider nicht am Stiftungsfest der Alemannia teilnehmen und bitte Sie, mich zu entschuldigen. Ich bitte Sie, der Versammlung meine Grüße und Glückwünsche zu übermitteln. Gern lade ich Sie und Ihre Bundesbrüder zum 111. Stiftungsfest der K.D.StV. Fredericia Bamberg im CV vom 14. bis 16. Juni 2024 mit Kommers am 15. Juni um 19 Uhr im Spiegelsaal der Harmonie ein.“

Unseren Ersten Vorsitzenden des VAH, Bbr Meier, darf ich an dieser Stelle aus familiären Gründen entschuldigen. Er lässt uns alle aber herzlich grüßen und ist in Gedanken bei der Feier dabei.

Und erlauben Sie mir an dieser Stelle noch eine technische Anmerkung: Die Redaktion des „Fränkischen Tags“, die heute leider keinen Vertreter schicken konnte, hat aber erfreulicherweise um einen Bericht im Anschluss an die Veranstaltung gebeten. Daher werden während der heutigen Feier Fotoaufnahmen gemacht. Wer nicht auf Fotos erscheinen möchte, kann dies gern anzeigen, damit wir darauf Rücksicht nehmen.

Unsere Verfassung wird in diesem Jahr fünfundsiebzig Jahre alt, wir haben es erst vor ein paar Tagen gefeiert. Wir sollten dankbar sein, dass wir in einem demokratischen und sozialen Rechts- und Kulturstaat leben dürfen. Aber dessen Fundamente müssen gepflegt werden.

Die freiheitliche Verfassung liefert zwar Orientierungswerte, doch besitzt der Staat kein Gemeinwohlmonopol. Wie die Ziele der Verfassung innerlich verwirklicht und gelebt werden, bleibt Sache des Souveräns, der mündigen Bürger. Erst aus dem Vorhandensein sich überschneidender, auch konkurrierender Orientierungswerte gewinnt die freiheitliche Verfassungsordnung des Staates Maßstäbe für Verantwortung und inhaltliche Erfüllung. Ein die Freiheit seiner Bürger absorbierender Staat entspräche nicht dem neuzeitlichen Freiheitsideal und der Würde des Menschen. Daher braucht es eine funktionierende Öffentlichkeit, in der frei, fair, aber mitunter auch streitbar immer wieder neu um die Verwirklichung des Gemeinwohls, um die Gestalt unseres Zusammenlebens sowie die prägenden Identitätsmerkmale unseres Gemeinwesens gerungen wird.

Ein Haus ist gut und wichtig. Aber nur das eine. Es braucht Bewohner, Gäste und Bundesbrüder, die dieses mit Leben füllen.

Sich am öffentlichen Gespräch zu beteiligen und sich aktiv in die Gestaltung unseres Gemeinwesens einzubringen, ist zentraler Bestandteil gelebter burschenschaftlicher Verantwortung. Übernehmen wir Verantwortung, beteiligen wir uns an der politisch-gesellschaftlichen Debatte und bringen wir dabei unsere burschenschaftlichen Orientierungswerte ein. Für diese wollen wir mit der schwarz-rot-goldenen Fahne an unserer Hausfassade auch künftig Farbe bekennen – in der Bamberger Stadtöffentlichkeit, an unserer Universität und im akademischen Leben unserer Stadt.

In diesem Sinne übergeben wir heute das frisch sanierte Alemannenhaus und Alemannenwohnheim:

Hoch das SCHWARZ-ROT-GOLDENE Band!

Hoch GOTT – FREIHEIT – VATERLAND!

Ich danke für die Aufmerksamkeit.

Rezension: Der gläserne Patient bezahlt mit seinen Daten

Andreas Meißner: Die elektronische Patientenakte – Das Ende der Schweigepflicht. Für Risiken und Nebenwirkungen übernimmt niemand die Verantwortung. Mit einem Vorwort von Bernd Hontschik, Neu-Isenburg: Westend 2024, 112 Seiten.

Die Gesundheitspolitik wird zunehmend zum Kampfplatz um grundlegende Freiheitsrechte. Dies zeigt sich an der Auseinandersetzung  um einen WHO-Pandemievertrag, der die Einschränkung zentraler Grundrechte dem natioalen Souverän entzieht. Dies gilt für die elektronische Patientenakte. Die wenigsten wissen, dass Patienten dieser aktiv widersprechen müssen. Denn schließlich sei ja alles nur zu ihrem Bestem. Ein Schelm, der angesichts dieser Widerspruchslösung Böses dabei denkt. Wer widerspricht, sieht sich – wie schon zu Coronazeiten – dem Verdacht ausgesetzt, er habe nur irgendetwas nicht richtig verstanden, sei begriffsstutzig, müsse zu seinem eigenen Vorteil besser an die Hand genommen und belehrt werden. Oder sollten wir besser sagen: bevormundet werden?

Andreas Meißner klärt auf, warum über die elektronische Patientenakte geredet werden muss. Neben massiven Datenschutzbedenken, die allesamt politisch kleingeredet wurden, ist es der fragliche Nutzen, den der Münchner Psychiater anführt: „Es geht um Wirtschaft und Märkte, nicht um Gesundheit“, ist Meißner überzeugt. Die elektronische Patientenakte werde weder die medizinische Versorgung noch die Forschung verbessern – im Gegenteil. Nicht fehlende Daten oder Datenschutzbedenken seien ein Forschungsproblem, sondern Fehlanreize und Fehllenkungen im Wissenschaftssystem. Und gerade letztere würden durch „Big Data“ noch verstärkt.

Andreas Meißner klärt auf – im besten Sinne des Wortes (wobei sein Buch ohne Gendersprache noch besser zu lesen gewesen wäre). Seinem Werk ist weite Verbreitung zu wünschen. Vor allem bei denen, die sich noch nicht näher mit der elektronischen Patientenakte beschäftigt haben oder noch gar nicht um ihr Widerspruchsrecht wissen. Eine freiheitliche Demokratie braucht mündige Patienten. Daher gebührt Meißner nicht allein ein medizinethisches, sondern auch demokratiepolitisches Lob für seinen – so der Klappentext – „Warnruf aus ärztlicher Praxis“.