Tagung: Frieden ist ein Werk der Gerechtigkeit

Auch in diesem Jahr veranstaltet der Kardinal-von-Galen-Kreis wieder eine theologische Tagung mit fachkundigen Referenten und interessanten Vorträgen. Eingebettet in die geistliche Atmosphäre des altehrwürdigen Klosters Maria Engelport unweit der Mosel befasst sich die Akademie in diesem Jahr mit einem Thema, das nicht zuletzt durch die tagespolitischen Ereignisse in aller Munde ist und das daher einmal eingehend aus kirchlich-theologischer Sicht beleuchtet werden soll:

Jahresakademie des Kardinal-von-Galen-Kreises im Kloster Maria Engelport, Treis-Karden/Mosel

Donnerstag, 18. September, bis Samstag, 20. September 2025

„Frieden ist ein Werk der Gerechtigkeit“

Richten Sie Ihre Anmeldung unter Nennung bitte direkt an den Kardinal-von-Galen-Kreis: Ingo Potthast (ingo@ipo-netz.de) oder Reinhard Dörner (reinhard.doerner@gmx.de)

Im Kloster ist wie gehabt für das leibliche Wohl ebenso gesorgt wie für die „geistige Nahrung“: Die Akademie ist ganz in den liturgischen Tagesablauf eingebettet. Es besteht die Möglichkeit zum täglichen Messbesuch, zur eucharistischen Anbetung, zur Beichte oder einfach zur persönlichen stillen Zeit in der Kirche. Auch ein Kreuzweg und eine Lourdes-Grotte gehören zum Kloster.

Zwischenruf: Pervertierte Selbstbestimmung

Es war damit zu rechnen … – in einem Land, das sich immer mehr von einem individuellen Freiheitsverständnis verabschiedet. In der neuen Legislaturperiode soll wiederum versucht werden, eine Widerspruchslösung bei der Organspende durchzusetzen:

https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/organspende-antrag-bundestag-102.html

Mit einer Wiedervorlage dieses Themas war auch unter einer unionsgeführten Bundesregierung zu rechnen. Auch die C-Parteien haben sich schon lange von einem christlichen Personalismus abgewandt. Der Einzelne wird kollektiviert, bis in den innersten Kernbereich seiner leiblichen Integrität – und perverserweise nennt man das dann auch noch Selbstbestimmung. Aber eine selbstbestimmte Entscheidung, bei der das Ziel der Entscheidung politisch schon determiniert ist, ist eine Perversion von Selbstbestimmung.

Weiteres zum Thema:

Gesegnete Pfingsten

(Rabbula-Evangeliar, 586)

Liebe Leserinnen und Leser,

von Herzen wünsche ich Ihnen gesegnete und geistvolle Pfingsttage. Vielleicht können die nachfolgenden Gedanken ein paar Akzente für das kommende Fest setzen. Ich würde mich freuen.

Herzlichen Dank für Ihr Interesse an bildungsethischen Fragen und Ihre Verbundenheit.

Mit herzlichen Grüßen, Axel Bernd Kunze

Ut omnes unum sint. – Unter diesem Wahlspruch wurde die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz nach dem Zweiten Weltkrieg wiederbegründet. Alle sollen eins sein.

Alle sollen eins sein. – Karl Holzamer, Philosophieprofessor in Mainz und erster Intendant des ZDF, hat sich in seinen Lebenserinnerungen zu diesem Wahlspruch seiner Universität geäußert. Das Einssein, um das es hier gehe, so Holzamer, meine keine Gleichschaltung des Einzelnen und keine Uniformierung des Denkens – diese waren aus dem bei Gründung der Universität gerade zu Ende gegangenen Nationalsozialismus hinlänglich bekannt. Nein, es gehe um ein Einssein, das individuelle Haltungen weckt und stärkt. Holzamer wörtlich: „Mit dem Wunsch, dass alle ‚eins‘ sein sollten, […] sollten auch die geistigen Abwehrkräfte mobilisiert werden.“

Wenn sich die Universität seinerzeit einen Vers aus dem Johannesevangelium zum Wahlspruch nahm, wollte sie sich damit ganz bewusst zu den Orientierungswerten des Abendlandes und zum christlichen Menschenbild bekennen.

Und richtig – der Wahlspruch führt uns direkt hinein in die Sendung Jesu und das Lebensprinzip derer, die ihm folgen.

Alle sollen eins sein. – Die Einheit, von der hier die Rede ist, gründet nicht in einer abstrakten Ideologie oder einer bestimmten Weltanschauung. Sie gründet in einer lebendigen Beziehung zu einer Person, zu Jesus Christus. Ermöglicht wird diese Einheit durch die besondere Gottesbeziehung Jesu, durch sein Einssein mit dem Vater. Wenn wir Jesus folgen, werden wir in diese Gottesbeziehung Jesu hineingenommen: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein. Die Heilsbedeutung von Jesu Sterben und Auferstehen erweist sich in der Sammlung der zerstreuten Kinder Gottes.

Wer an Jesus glaubt, dem wird nicht ein Programm übergestülpt, sondern der wird in eine lebendige Beziehung hineingenommen. Wenn eine Beziehung glücken soll, gelingt dies nur, wenn wir uns mit unserer ganzen Persönlichkeit darauf einlassen und wenn wir als Persönlichkeit wahrgenommen und erkannt werden.

Alle sollen eins sein. – Wir wissen aber auch: Das Einssein unter uns Menschen ist nie selbstverständlich und einfach. Auch unter besten Freunden oder Menschen, die sich lieben, kann es Krisen und Unverständnis, Streit und Konflikt geben. Die Kraft zum Einssein, die Jesus für die Gemeinschaft der Glaubenden erbittet, wurzelt dann auch nicht in menschlicher Anstrengung. Noch das größte Bemühen des Menschen bleibt fragil und zerbrechlich. 

Kraft zum Einssein finden die Glaubenden nur, wenn sie sich am lebendigen Vorbild Jesu orientieren. Sein Einssein mit dem Vater wird zum Modell für das Einssein der Kirche.

Dabei besitzt die Lebenspraxis der Jünger und Jüngerinnen Jesu, die sich am neuen Gebot der Liebe orientiert, missionarische Wirkung. Die Welt soll glauben, dass Jesus vom Vater gesandt ist. Zeugen hierfür sind alle, die Jesus nachfolgen. Durch unser christliches Zeugnis, durch unser Christsein, das aus der Beziehung zu Jesus lebt, soll die Welt erkennen, dass der Sohn vom Vater gesandt ist.

Alle sollen eins sein in dir. – Das Einssein der Kirche ist noch nicht vollendet, bleibt ein Ziel. Der heutige Evangelienabschnitt schlägt eine Brücke zum Beginn des Johannesevangeliums: Dort wird Jesus als ewiges Wort des Vaters besungen, das in die Welt gekommen ist, damit wir seine Herrlichkeit schauen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater. Die Glaubenden sollen in die Beziehung Jesu zum Vater hineingenommen werden, damit sie seine Herrlichkeit in Fülle sehen – eine Herrlichkeit, die darin gründet, dass Jesus vom Urbeginn an von Gott geliebt ist.

Jesu Sendung besteht darin, Kunde gebracht zu haben vom Innersten Gottes – hierfür steht in biblischer Tradition der Name Gottes. Weil Jesus ganz eins ist mit dem Vater, zeigt sich an ihm, was noch niemand jemals gesehen hat.

Wer ist Gott für uns? Jesus hat uns diese Frage ins Herz gelegt. Und wir werden immer stärker Zugang zu Jesus, zu seiner Person und seinem Wirken finden, je mehr diese Frage ins uns brennt. Bis wir einmal die volle Herrlichkeit Gottes schauen dürfen.

Axel Bernd Kunze

(aus: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen, H. 3/2025, S. 469 ff.)
 

Tagung: Studentenhistoriker laden nach Marburg ein

Vom 17. bis 19. Oktober 2025 lädt der Arbeitskreis der Studentenhistoriker zur 85. deutschen Studentenhistorikertagung in die hessische Universitätsstadt Marburg an der Lahn ein. Reich ist Marburg auch studentischer Romantik und baulichen Schönheiten. Selten läßt sich ein spätmittelalterlichen Ensemble so schön erkennen wie hier, und alles ist seit rund 500 Jahren auf die Universität abgestellt und auf sie zugeschnitten. Wir sind in zwei sehr schönen Verbindungshäusern und einer höchst außergewöhnlichen Verbindungsburg zu Gast.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Neuerscheinung: Theologische Ethik der Bildung

„Die Würde des Menschen – semiotisch, informationstheoretisch, bildungsethisch“, lautet das neue Themenheft der NEUEN ORDNUNG. Aus bildungsethischer Perspektive findet sich darin:

Axel Bernd Kunze: Pädagogische Selbstbestimmung. Überlegungen aus der Perspektive einer theologischen Ethik der Bildung, in: Die Neue Ordnung 79 (2025), H. 3, S. 208 – 220.

Stellungnahme: Fachverbände aus Diakonie und Caritas sowie ver.di gegen Deprofessionalisierung der Erzieherausbildung

Die Diakonie Deutschland, die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sowie weitere Fach-, Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften appellieren an die Jugend- und Familienministerkonferenz, die Kultusministerkonferenz und das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Qualität der sozialpädagogischen Ausbildungen zu erhalten und Deprofessionalisierungsbestrebungen in den Ländern entgegen zu treten. Weitere Informationen finden sich auf den Seiten des Bundesverbands für evangelische Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik (BeA):

Veranstaltung: Gedenken an Bamberger Widerstandskämpfer Willy Aron

Die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. erinnert an das öffentliche Gedenken an Willy Aron. Es findet am Dienstag, dem 3. Juni 2025, um 14:00 Uhr am Mahnmal für Widerstand und Zivilcourage (Harmoniegarten) in Bamberg statt. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Franz-Ludwig-Gymnasiums und der Maria-Ward-Realschule gestaltet der Verein die Gedenkveranstaltung an seinen Namensgeber.

Willy Aron wurde am 3. Juni 1907 in Bamberg geboren. Er war Schüler der Gangolfschule und des Neuen Gymnasiums in Bamberg, engagierte sich in der jüdischen Jugendarbeit und wurde Mitglied der Jugendorganisation der Sozialdemokraten bei. Als Student der Rechtswissenschaften trat er der Studentenverbindung „Wirceburgia“ bei und verteidigte zusammen mit Thomas Dehler als Vorstandsmitglied des Schutzbundes „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ in Bamberg die Weimarer Demokratie gegen demokratiefeindliche Angriffe. Als Referendar geriet er ins Visier der Nationalsozialisten und wurde als sofort nach Machtübernahme der NSDAP in Bayern mit weiteren Sozialdemokraten in Bamberg verhaftet, später in das KZ-Dachau überstellt und am 17. Mai 1933 als erster Bamberger im KZ-Dachau grausam zu Tode gequält.

Willy Aron wurde nur 26 Jahre alt.

Die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. freut sich über zahlreiche Teilnahme.

Neuerscheinung: Zeichen der Hoffnung

„Maria ist das Gegenbild zu den Skeptikern, die Jesu Vollmacht anzweifeln. Ihre wahre Ehre liegt darin, dass sie Hörerin des Wortes Gottes ist. Entscheidend für das Gelingen unseres Lebens ist nicht eine irdische Rolle, sondern die gläubige Existenz vor Gott.

Und gerade deshalb kann Maria für uns alle das große Hoffnungszeichen sein, gerade auch in diesem Heiligen Jahr, das unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ steht. Die besondere Mutterschaft Mariens könnten wir nicht nachahmen. Aber alle Gläubigen sind Hörer des Wortes Gottes. Hierin wurzelt unsere Berufung zu himmlischer Glückseligkeit. Was an Maria geschehen ist und was wir heute feiern, dürfen auch wir erhoffen: Wir werden in ewiger Vollendung Gott voll und ganz schauen dürfen, mit Leib und Seele.

Das laufende Heilige Jahr trägt das Motto „Pilger der Hoffnung“. Passend hierzu ist das Modell für eine Wort-Gottes-Feier am Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel erschienen, aus dem der vorangetellte Auszug genommen ist:

Axel Bernd Kunze: Zeichen der Hoffnung [Lesejahr C. Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel], in: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen 22 (2025), H. 4, S. 699 – 714.

„Das heutige Fest, das auch als Großer Frauentag bezeichnet wird, ist in der Zeit nach dem Konzil von Ephesus (431), auf dem Maria als Gottesgebärerin proklamiert wurde, von Bischof Cyrill von Alexandrien eingeführt worden. Die „Himmelfahrt Mariens“ war ein beliebtes Altarbildmotiv der Barockzeit. Pius XII. bestätigte 1950 feierlich die Glaubensüberzeugung, dass Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen wurde. Bezeugt ist dieser Glaube bereits seit dem sechsten Jahrhundert. Nach apokrypher Überlieferung sollen die Apostel beim Tod Mariens von ihren Missionsorten nach Jerusalem entrückt worden seien; nach dem Hinübergang Mariens soll dem Grab ein wunderbarer Blumenduft entströmt sein. Hierauf geht der Brauch zurück, am 15. August Kräuter und Heilpflanzen zu segnen. Üblich sind ferner feierliche Lichter- und Marienprozessionen. In der Volksfrömmigkeit beginnt heute der Frauendreißiger: eine dreißigtätige Folge von Marienandachten, die bis zum Fest der Schmerzen Mariens am 15. September reicht.“ (ebd., S. 699)