Der Arbeitskreis der Studentenhistoriker dokumentiert auf seinen Internetseiten die zehnte Bamberger Zivilcouragerede, die anlässlich des neunzigsten Todestages des Bamberger Widerstandskämpfers Willy Aron am 30. Juni 2023 im Bistumshaus St. Otto gehalten wurde. Veranstalter war die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung für die Stadt Bamberg. Festredner war der Bildungsethiker Axel Bernd Kunze, Gründungsmitglied der Willy-Aron-Gesellschaft:
Politische Bildung
Leserbrief: „Kita-Krise“
Unter der Überschrift „Kita-Krise“ hat die WELT am 14. August 2023 folgenden Leserbrief zum Interview „Die ganze Bildungsbiographie wird dadurch beeinträchtigt“ mit der Bildungsunternehmerin Ilse Wehrmann vom 9. August 2023 veröffentlicht:
„Für Ilse Wehrmann hat Deutschland Geld genug. Doch das wird sich ändern, wenn die wirtschaftliche Lage sich verschlechtert, Energie dauerhaft teuer bleibt, die Kreditwürdigkeit des Landes möglicherweise zurückgestuft wird sowie Finanzierungslücken bei Kommunen und Sozialversicherungen immer deutlicher werden. Dann trägt auch sprachliche Verschleierung nicht mehr: Denn Schulden sind Schulden, auch wenn man sie Sonder-„Vermögen“ nennt. Und diese muss die nachfolgende Generation schultern. Geld allein macht es nicht. Wo ausreichend qualifizierte Bewerber fehlen, nützt weder ein Ausbau an Ausbildungsplätzen, die in der Elementarbildung in der Tat ausgeweitet worden sind, noch eine Vollakademisierung, die geeignete Kräfte ohne Hochschulzugangsberechtigung aus dem Berufsfeld ausschließt. Wir brauchen in vielen Politikfeldern wieder eine nüchterne, realistische, an nationalen Interessen orientierte Politik – auch und gerade im Interesse der nachfolgenden Generation.“ (Axel Bernd Kunze, Waiblingen)
Auf fremden Seiten: Sonderschulden oder Sondervermögen?
Das Neusprechblog hat sich schon im März mit dem Euphemismus Sondervermögen beschäftigt.
Auf fremden Seiten: Kritik an Ständiger Impfkommission jetzt mit weiteren Anlagen
Der Brief, mit dem Tübinger Mediziner Kritik gegenüber der Ständigen Impfkomission formulieren, ist jetzt auch mit differenzierten Anlagen online.
Auf fremden Seiten: Medizinergruppe widerspricht Ständiger Impfkommission
„Anfang Juni hatte ich auf meiner Seite den Brandbrief einer Tübinger Ärztegruppe und Post-Vac-Selbsthilfegruppe an die Ständige Impfkommission (STIKO) veröffentlicht. Die Mediziner hatten darin die STIKO aufgefordert, die Impfempfehlung für die Covid-19-Impfstoffe auszusetzen, bis ihre Fragen vollständig geklärt sind. Zwischenzeitlich haben die Ärzte eine Antwort von STIKO-Chef Thomas Mertens erhalten. ‚Die Antworten von Herrn Mertens entsprechen in der Argumentation nicht dem wissenschaftlichen Forschungsstand und weisen logische, sachliche und methodische Fehler auf‘, beklagten die Mediziner nun: ‚Dies belegen wir in einem Antwortbrief mit Unterstützung der Professoren Cullen, Kuhbandner und Ullrich mit wissenschaftlich fundierten Ausführungen.‘ Weiter schreiben die Ärzte: ‚Wir sind überzeugt, dass unsere Ausführungen und insbesondere auch die Antworten von Herrn Mertens von größtem öffentlichen Interesse sind, deshalb bitten wir Sie, diese auf Ihrem Portal zu veröffentlichen.'“ (aus: http://www.reitschuster.de, 8. August 2023)
Der Brief der Medizinergruppe findet sich hier.
Es ist wichtig, die Debatte über das, was coronapolitisch geschehen ist, fortzuführen – auch gegen die bekannten Versuche, jetzt alles vom Tisch zu wischen, mit der lapidaren Bemerkung, es hätten eben alle Fehler gemacht. Aufklärung tut weiter not, zumal die gesundheits- und infektionsschutzpolitischen „Spielregeln“ eher verschärft als verbessert werden.
Weitere Informationen zum Thema: https://7argumente.de/
Volksbegehren: Rund 15.000 Unterschriften für „Stoppt Gendern in Baden-Württemberg“
14.549 Unterschriften hat die Initiative „Stoppt Gendern in Baden-Württemberg“ gesammelt. Die Mobilisierung für dieses Volksbegehren war außerordentlich hoch und dynamisch. Das Alter der Unterstützer reicht von 16 bis 102. Zustimmung kommt aus allen Kommunen im Südwesten. Dies alles stimmt zuversichtlich, wenn es im kommenden Jahr gilt, für einen Volksentscheid zu mobilisieren. Denn trotz Unterstützung aus der CDU- und F.D.P./DVP-Fraktion ist eine parlamentarische Mehrheit für das Anliegen nicht in Sicht.
Wer für den Erhalt unseres zentralen Kulturgutes, einer einheitlichen, von Politisierung und Ideologisierung freien Sprache, eintreten will, sollte das „Stoppt Gendern in Baden-Württemberg“ oder ähnliche Initiativen in anderen Bundesländern unterstützen.
Weitere Informationen:
Gastkommentar: „Autorität des Rechtsstaates nicht infrage stellen“
In der Stadt Viersen wurde ein Kirchenasyl mit polizeilichen Mitteln aufgehoben. Der Fall schlägt hohe Wellen, die Kirche reagiert mit heftigen Vorwürfen an die Adresse der Kommune. Axel Bernd Kunze, katholischer Sozialethiker und Mitautor des Bandes „Wiederentdeckung des Staates in der Theologie“ (Leipzig 2020), äußert sich hierzu in einem Gastkommentar in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Tagespost“: Das Problem Kirchenasyl. Die Autorität des Rechtsstaates nicht infrage stellen, in: Die Tagespost, 76. Jg., Nr. 29/2023, 20. Juli 2023, S. 8.
Volksbegehren: Stoppt Gendern in Baden-Württemberg
Die Initiative für ein Volksbegehren gegen Gendersprache in Baden-Württemberg hat mit 12.000 gesammelten Unterschriften die erste Hürde genommen. Ein Zulassungsantrag für einen Volksentscheid sei nach der Sommerpause geplant. Parallel werden Gespräche mit den Akteuren im Landtag beginnen.
Die Auseinandersetzung wird weitergehen. Und das ist auch gut so. Mit dem Ziel, unsere Sprache vor Moralisierung, Politisierung und Zerstörung zu bewahren, steht kulturell und politisch viel auf dem Spiel. „“Die Auseinandersetzung wird weitergehen. Und das ist auch gut so. Mit dem Ziel, unsere Sprache vor Moralisierung, Politisierung und Zerstörung zu bewahren, steht kulturell und politisch viel auf dem Spiel. „Bildungsethik“ wird die politische Initiative weiterhin unterstützen. Weitere Informationen finden Sie hier:
Zwischenruf: Aufarbeitung der Coronapolitik weiterhin notwendig
Die Corona- und Impfpolitik, die wir erlebt haben, hat auf eine deutliche Polarisierung der Gesellschaft gesetzt. Die geistig-moralischen Langzeitschäden dieser politischen Richtungsentscheidung sind noch heute spürbar. Freundschaften sind daran zerbrochen, Zerwürfnisse selbst im Privaten bis heute nicht geteilt. Eine Aufarbeitung bleibt weiterhin dringend geboten.
Selbstverständlich muss es möglich sein, über verschiedene Entscheidungen der Gesundheitspolitik und das Verhalten einzelner Akteure in Coronazeiten kritisch zu diskutieren – und dabei wird es unterschiedliche Bewertungen geben, das ist Freiheit. Warum aber werden Kritiker der Impfpolitik dabei immer noch oft auf eine Rolle als Verschwörungstheoretiker oder Fake-News-Produzenten festgelegt? Das ist jene Einseitigkeit in der Debatte, die viel zur Polarisierung der Gesellschaft beigetragen hat. Wenn diese affektgeleitete Einseitigkeit in der Coronapolitik, bei der Wissenschaftler kräftig mitgestrickt haben, nicht unvoreingenommen aufgearbeitet wird, wird die Polarisierung chronisch. Und ich bin überzeugt davon: Auf Dauer wird das nicht gutgehen. Verdrängtes drängt sozialpsychologisch irgendwann nach oben.
Als Sozialethiker bleibe ich dabei: Jede Impfung stellt einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit dar und darf, zumal bei allein notfallzugelassenen neuartigen Impfverfahren, nur eine freie Gewissensentscheidung sein. Diesen menschenrechtsethischen und rechtsstaatlichen Grundkonsens haben weite Teile der Politik, der Wissenschaft, der Medien und der gesellschaftlichen Großorganisationen (einschließlich der Kirchen) in der Coronapolitik verlassen. Bis zur Ankündigung einer (Corona-)Politik „ohne rote Linien“. Eine solche sollte ein verfassungspolitisches und verfassungsrechtliches Unding sein. Es zeugt daher für eine gravierende Verrohung der politischen Debatte, dass sich gegen eine solche Entgleisung eines Bundeskanzlers so gut wie kein Widerstand regte.
Die Menschenrechte bleiben unteilbar. Für das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist genauso Zu streiten wie für die Wissenschaftsfreiheit oder das Recht auf Bildung. Wo es kein Recht am eigenen Körper mehr gibt, gibt es auch keine Wissenschaftsfreiheit und keine Bildungsfreiheit. Wir müssen diese Debatten führen, weil sich der biopolitische Kollektivismus nach Corona nicht erledigt hat. Im Gegenteil: Die Verschärfungen im Infektionsschutzgesetz sind nicht zurückgenommen, der WHO-Vertrag steht vor der Tür – und damit eine zentrale Preisgabe nationaler Souveränität in grundrechtsrelevanten Kernbereichen unseres Verfassungsstaates.
Wenn wir eine unvoreingenommene Aufarbeitung der coronapolitischen Polarisierungen, Übergriffe und Freiheitsverstöße wollen, müssen Grenzüberschreitungen in beiden Debattenlagern in den Blick genommen werden. Und das geschieht in der Regel nicht, stattdessen werden die Kritiker der Corona- und Impfpolitik weiterhin einseitig verdächtigt.
Noch heute wird die Debatte über die Coronapolitik aufs Ganze gesehen weiterhin einseitig geführt: In der Regel wird immer auf Kritiker der Corona- und Impfpolitik verwiesen, die in unwissenschaftliche „Querdenkerei“ oder Verschwörungstheorie abgeglitten seien oder sich zumindest nicht deutlich genug davon abgesetzt hätten. Sehr häufig begegnen weiterhin Pappkameraden- und Strohmannargumente, welche die Anliegen der Kritiker verzerren. Äußerst selten sind Stimmen zu vernehmen, die darauf hinweisen, welche Grenzüberschreitungen von den Befürwortern der Corona- und Impfpolitik gemacht wurden, beispielsweise durch die Legitimierung von Grundrechtseingriffen, die Diffamierung Andersdenkender oder auch durch eine naive Wissenschaftsgläubigkeit und einen säkularisierten Heilsglauben an Impfversprechen, die von vornherein wissenschaftlich unseriös waren. Forschungsfragen, die unvoreingenommen zu klären wären, liegen auch heute genügend auf dem Tisch, etwa zu den Daten zur Übersterblichkeit in Coronazeiten und deren Ursachen.Ethisch gab es Stimmen für eine auf Zwang und Ausgrenzung setzende Impfpolitik, die einem platten Utilitarismus folgten, den man in anderen Fällen sofort als unwissenschaftlich zurückgewiesen hätte. Mit der Rede von unumstößlichen „Fakten“ und „Faktenchecks“ ist mir in der Corona- und Impfpolitik viel zu oft auf unsachliche Weise Politik gemacht worden. Doch sollten wir wissen: Wissenschaft ist immer nur der letzte Stand des Irrtums. Wissenschaft hat sich durch seriöse Forschung Autorität zu erarbeiten.
Leserbrief: Familienwahlrecht „naiv und gefährlich“
Leserbrief in der TAGESPOST vom 29. Juni 2023, S. 32:
Ludwig Spaenle wärmt einmal mehr die Forderung nach einem Familienwahlrecht auf (Die Tagespost vom 15. Juni 2023) und begeht damit einen gefährlichen Tabubruch: Das Wahlrecht darf nicht um bestimmter Ziele oder Inhalte willen manipuliert oder die Wählerschaft so zusammengesetzt werden, daß am Ende ein politisch erwünschtes Ergebnis herauskommt. Der Zweck heiligt hier keineswegs das Mittel, zumal es eine unbewiesene Behauptung bleibt, dass Eltern tatsächlich im Interesse ihrer Kinder abstimmen würden. Überdies werden mit einem Familienwahlrecht die in langen historischen Kämpfen errungenen Prinzipien gleicher und geheimer Wahl in Frage gestellt. Wer Familien politisch mehr Einfluss geben will, der sollte ihre politische Handlungsfähigkeit verbessern: über politische Interessenvertretung, eine Mitarbeit in Parteien oder die Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen. Dieser Weg bleibt mühsam. Manipulationen am Wahlrecht dagegen sind entweder naiv oder sogar gefährlich.
Axel Bernd Kunze