Interview: Warum der Einsatz von Tablets an Grundschulen kritisiert wird

Aus dem Bonner GENERAL-ANZEIGER am 20. Februar 2024:

„Auch aus dem Alltag von Kindern sind Bildschirme nicht mehr wegzudenken. Über den Einsatz von Tablets an Grundschulen wird jedoch viel diskutiert. Wir haben Pädagogen in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis zu ihren Erfahrungen befragt.“ –

… darunter auch den Bonner Erziehungswissenschaftler und Bildungsethiker Axel Bernd Kunze

https://ga.de/bonn/stadt-bonn/warum-der-einsatz-von-tablets-an-grundschulen-kritisiert-wird_aid-107437597

Buchankündigung: Die Pädagogische Wende

Ralf Lankau (Hg.):

Die pädagogische Wende

Über die notwendige (Rück-)Besinnung auf das Unterrichten. Mit E-Book inside

Die Corona-Pandemie hat die Grenzen des digital gestützten Unterrichts deutlich gemacht: Gerade durch Fernunterricht, Schulclouds, Learning Analytics und Lernmanagementsysteme haben der Präsenzunterricht und das Lernen in Gemeinschaft ihre fundamentale Relevanz belegt, hat die Schule als sozialer Ort der Beziehung und Bindung an Bedeutung gewonnen. Dieses Buch versammelt praxisnahe Konzepte für Lehrkräfte und Schulen, die sich eine stärkere (Rück-)Besinnung auf das interpersonale Unterrichten wünschen, ohne deshalb auf digitale Medien verzichten zu müssen. Die zentrale Botschaft: Für Pädagoginnen und Pädagogen bleibt das Unterrichten das Kerngeschäft. Medien und Technik können Lehr- und Lernprozesse bei Bedarf unterstützen, aber nicht ersetzen. Schule und Unterricht bleiben notwendig interpersonale Prozesse. Diese Botschaft wird mit den Erkenntnissen aus der Pandemie und einem kritischen Blick auf die bisherigen Ergebnisse des Digitalpakts Schule unterfüttert.

Erscheint im April 2024 im Verlag Beltz, 353 Seiten:

https://www.beltz.de/fachmedien/erziehungswissenschaft/produkte/details/51958-die-paedagogische-wende.html

Darin folgender bildungsethischer Beitrag:

Axel Bernd Kunze: Kommunizieren wir uns zu Tode? Bildungsethische Überlegungen zu einer pädagogisch fundierten Ethik des Digitalen.

Themenheft: Kant und Pädagogik

Anlässlich des dreihundertsten Geburtstages Immanuel Kants widmet die PÄDAGOGISCHE RUNDSCHAU ein Themenheft der Beziehung des Philosophen zur Pädagogik:

„Kant war neben Nikolaus von Kues die herausragende Referenz für Petzelts pädagogisches Denken. Es mag heute überspitzt wirken, wenn Petzelt in einem Lexikon-Eintrag von 1962 schreibt „Wer über Kant hinauszugehen sucht, war noch niemals bei ihm angekommen.“ Freilich sind die hier versammelten Beiträge weit entfernt, Kant als pädagogischen Heroen zu stilisieren. Dennoch können Sie Anlass bieten, sich (erneut) mit transzendentalphilosophischem, mithin kritischem Denken in der Erziehungswissenschaft auseinanderzusetzen.“ (Thomas Mikhail, Mitherausgeber)

https://www.ingentaconnect.com/content/plg/pr/2024/00000078/00000001;jsessionid=6606qkq8mb7dm.x-ic-live-02

Replik: Gesellschaft für Bildung und Wissen antwortet auf Kritik am „Moratorium der Digitalisierung in KiTas und Schulen“

„Auf der Website der Gesellschaft für Bildung und Wissen ist eine Forderung nach einem Moratorium der Digitalisierung in KITAs und Schulen formuliert. Aktueller Anlass dieser Forderung dürfte die Entscheidung der schwedischen Regierung sein, den Tablet-Einsatz in Schulen der Primarstufe zu stoppen. Hintergrund sind Ergebnisse, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karolinska-Instituts vorgelegt haben. […] Auf diese Positionierung hat Hans-Jürgen Elschenbroich (E.), Mathematiker und Informatiker, im journal des Verbandes zur Förderung des Mint-Unterrichtes (MNU) in der Rubrik „MNU-Standpunkt“ reagiert.“

Die Replik der Gesellschaft für Bildung und Wissen auf Hans-Jürgen Elschenbroich lesen Sie hier:

Tagung: Würde ich gern zu mir in die Schule gehen?

Die Gesellschaft für Bildung und Wissen e. V. lädt zu einer neuen Tagung ein:

Die pädagogische Wende.
Über die notwendige Besinnung auf das Erziehen und Unterrichten
12. bis 13. April 2024, Universität Augsburg

Programm: https://bildung-wissen.eu/fachbeitraege/tagung-2024-an-der-univ-augsburg.html  

Grußwort: Landeskundliche Projektwoche im Englisch- und Kunstunterricht

Grüß Gott und herzlich willkommen! Oder besser: Hello and welcome! Nein, nicht in unserer Fachschule. Sondern auf der Insel, im Vereinigten Königreich, in Großbritannien. Heute Vormittag verwandeln sich die Räume und Flure unserer Schule wieder in englische Teesalons, herrschaftliche Adelssitze, gemütliche Pubs oder geheimnisvolle Spukwelten. Wir dürfen auf jeden Fall gespannt sein, wohin uns die beiden Oberkurse in diesem Jahr entführen werden. Lassen Sie sich mitnehmen in den größten Inselstaat Europas, in das Mutterland der Demokratie, in eine prunkvolle Monarchie, die einst die halbe Welt beherrschte, in das Land Shakespeares, in die Heimat der Beatles, die magische Welt Harry Potters, in das Land, das uns die Dampflok, den Rasenmäher, den Buggy, Sprudelgetränke, die Konservendose und die Schokoladentafel gebracht hat.

Viele blicken in diesen Tagen nach England, da uns zahlreiche wenig erfreuliche Nachrichten aus dem Königshaus erreichen. Doch überhaupt: Das Land mit seiner Insellage und seinen liebens- bis merkwürdigen, vielleicht manchmal auch skurrilen Eigenheiten fasziniert viele. Die Projektwoche, in die viel pädagogisches Engagement und Herzblut fließen, ist ein wichtiger Bestandteil unseres Schullebens und der Ausbildung an unserer Fachschule. Sie vermittelt nicht allein landeskundliche Kenntnisse über Großbritannien und schult die sprachlichen Fähigkeiten. Sie vermittelt auch wichtige Erfahrungen über die Projektmethode, über Präsentationstechniken und Prinzipien ästhetischer Gestaltung, die für die spätere berufliche Tätigkeit wichtig sind. Und dies nicht aus dem Lehrbuch, sondern ganz real, im praktischen Tun – mit Kopf, Herz und Hand. Gehen Sie auf Entdeckungsreise, tauchen Sie ein in die englische Kultur, probieren Sie, was die englische Küche zu bieten hat, kommen Sie mit den einzelnen Teams, die heute ihr Werk präsentieren, ins Gespräch. Aber bitte natürlich auf Englisch.

Und ich gratuliere unseren Auszubildenden zu den Ergebnissen, die heute vorgestellt werden. Und es ist ganz sicher ein wichtiges Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung, dass Sie alle heute zur Abschluss­präsentation gekommen sind. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen und Freude beim Rundgang durch die Ausstellung. Und ja, Lehrer müssen am Ende immer noch eine Lebensregel mit auf den Weg geben.

Denken Sie also bitte daran, wenn es in einem Raum einmal voll werden sollte: Vordrängeln ist in England ein absolutes Tabu. Hier bildet schon ein einzelner Fahrgast, der an einer Haltestelle wartet, eine Ein-Mann-Schlange. Der „Guardian“ empfiehlt folgende Faustregel für den Besuch Englands: Lassen Sie beim Warten am Eingang so viel Platz, wie Sie beim Tanzen mit Großtante Hildegard lassen würden.

Herzlichen Dank und viel Spaß! Have a good trip!

(aus einem Grußwort der Schulleitung zur Finissage am Ende einer landeskundlichen Projektwoche der Fachkonferenzen Englisch sowie Ästhetische Bildung/Kunst)

Rezension: Pädagogisches Programm angesichts der Digitalisierung

Axel Bernd Kunze bespricht in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Publik -Forum“ (Nr. 2/2024 vom 26. Januar 2024, S. 57) den Essay „Alles und nichts sagen“ von Eva Menasse (Kiepenheuer & Witsch, 188 Seiten, 22 Euro):

„Menasses Essay will aufzeigen, wie dringend es wäre, wieder zum rechten Maß der Debatte zurückzufinden – denn es steht viel auf dem Spiel, sollte die freie Gesellschaft dem digitalen Stress zum Opfer fallen. Ihr Rat: Bleibe du selbst, selbstkritisch, unbeirrt gegenüber den digitalen Machtansprüchen. Dies könnten zum pädagogischen Programm nicht für, sondern angesichts der Digitalisierung werden.“

Auf anderen Seiten: Schule in Deutschland – eine Verlustgeschichte

„Seit gut zwanzig Jahren haben die Pisa-Studien das deutsche Schulwesen nicht nur massiv kritisiert, sondern zugleich auch umfassend transformiert. Aber ihre Befunde zielen an den wahren Problemen des deutschen Schulwesens, besonders auch der beruflichen Schulen, weit vorbei. Tatsächlich ist es die Migrationspolitik, die seit Jahrzehnten die deutschen Schulen vor immer größere Belastungsproben stellt, die regional bereits zum Kollaps geführt haben. Wie es weitergeht, weiß niemand. Wahrscheinlich wird es auf eine immer stärkere Abschottung einzelner gesellschaftlicher und schulischer Milieus hinauslaufen.“

https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/kultur-und-wissenschaft/audimax-das-kontrafunkkolleg/peter-j-brenner-schule-in-deutschland-eine-verlustgeschichte#id-article

Während die Bildungsethik gegenüber den neueren Entwicklungen im deutschen Bildungssystem weitgehend stumm bleibt, während früher nahezu jede neue empirische Bildungsstudie kommentiert wurde, arbeitet Peter J. Brenner im Kontrafunkkolleg Audimax vom 28. Januar 2024 heraus, warum die Schule gegenwärtig nahezu scheitern muss – und das nicht allein am Lehrermangel. Die Probleme, welche die Schulen belasten, sind politisch erzeugt, etwa mangelnde Deutschkenntnisse in weiten Teilen der Schülerschaft, ein ungeheuer gewachsenes Übergangssystem im berufsbildenden Schulwesen oder eine Unwucht zwischen Auszubildenden- und Studentenzahlen. Diese Probleme können pädagogisch nicht gelöst werden, sie müssen politisch angegangen werden. Doch dazu fehlt bislang der Wille.

Neue Rezensionen online zugänglich

Mittlerweile sind die angekündigten Rezensionen im Internetportal Socialnet.de zugänglich:

Ralf Koerrenz: Erziehung. Eine Theorie der Aufklärung

https://www.socialnet.de/rezensionen/30801.php

Malte Ebner von Eschenbach, Ortfried Schäfter: Denken in wechselseitiger Beziehung

https://www.socialnet.de/rezensionen/29697.php

Dietmar Langer: Vernünftiger Wille oder Wille zur Vernunft?

https://www.socialnet.de/rezensionen/31261.php