Volksbegehren: Stoppt Gendern in Baden-Württemberg

Die Initiative für ein Volksbegehren gegen Gendersprache in Baden-Württemberg hat mit 12.000 gesammelten Unterschriften die erste Hürde genommen. Ein Zulassungsantrag für einen Volksentscheid sei nach der Sommerpause geplant. Parallel werden Gespräche mit den Akteuren im Landtag beginnen.

Die Auseinandersetzung wird weitergehen. Und das ist auch gut so. Mit dem Ziel, unsere Sprache vor Moralisierung, Politisierung und Zerstörung zu bewahren, steht kulturell und politisch viel auf dem Spiel. „“Die Auseinandersetzung wird weitergehen. Und das ist auch gut so. Mit dem Ziel, unsere Sprache vor Moralisierung, Politisierung und Zerstörung zu bewahren, steht kulturell und politisch viel auf dem Spiel. „Bildungsethik“ wird die politische Initiative weiterhin unterstützen. Weitere Informationen finden Sie hier:

https://stoppt-gendern-in-bw.de/aufruf/

Zwischenruf: Aufarbeitung der Coronapolitik weiterhin notwendig

Die Corona- und Impfpolitik, die wir erlebt haben, hat auf eine deutliche Polarisierung der Gesellschaft gesetzt. Die geistig-moralischen Langzeitschäden dieser politischen Richtungsentscheidung sind noch heute spürbar. Freundschaften sind daran zerbrochen, Zerwürfnisse selbst im Privaten bis heute nicht geteilt. Eine Aufarbeitung bleibt weiterhin dringend geboten.

Selbstverständlich muss es möglich sein, über verschiedene Entscheidungen der Gesundheitspolitik und das Verhalten einzelner Akteure in Coronazeiten kritisch zu diskutieren – und dabei wird es unterschiedliche Bewertungen geben, das ist Freiheit. Warum aber werden Kritiker der Impfpolitik dabei immer noch oft auf eine Rolle als Verschwörungstheoretiker oder Fake-News-Produzenten festgelegt? Das ist jene Einseitigkeit in der Debatte, die viel zur Polarisierung der Gesellschaft beigetragen hat. Wenn diese affektgeleitete Einseitigkeit in der Coronapolitik, bei der Wissenschaftler kräftig mitgestrickt haben, nicht unvoreingenommen aufgearbeitet wird, wird die Polarisierung chronisch. Und ich bin überzeugt davon: Auf Dauer wird das nicht gutgehen. Verdrängtes drängt sozialpsychologisch irgendwann nach oben.

Als Sozialethiker bleibe ich dabei: Jede Impfung stellt einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit dar und darf, zumal bei allein notfallzugelassenen neuartigen Impfverfahren, nur eine freie Gewissensentscheidung sein. Diesen menschenrechtsethischen und rechtsstaatlichen Grundkonsens haben weite Teile der Politik, der Wissenschaft, der Medien und der gesellschaftlichen Großorganisationen (einschließlich der Kirchen) in der Coronapolitik verlassen. Bis zur Ankündigung einer (Corona-)Politik „ohne rote Linien“. Eine solche sollte ein verfassungspolitisches und verfassungsrechtliches Unding sein. Es zeugt daher für eine gravierende Verrohung der politischen Debatte, dass sich gegen eine solche Entgleisung eines Bundeskanzlers so gut wie kein Widerstand regte.

Die Menschenrechte bleiben unteilbar. Für das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist genauso Zu streiten wie für die Wissenschaftsfreiheit oder das Recht auf Bildung. Wo es kein Recht am eigenen Körper mehr gibt, gibt es auch keine Wissenschaftsfreiheit und keine Bildungsfreiheit. Wir müssen diese Debatten führen, weil sich der biopolitische Kollektivismus nach Corona nicht erledigt hat. Im Gegenteil: Die Verschärfungen im Infektionsschutzgesetz sind nicht zurückgenommen, der WHO-Vertrag steht vor der Tür – und damit eine zentrale Preisgabe nationaler Souveränität in grundrechtsrelevanten Kernbereichen unseres Verfassungsstaates.

Wenn wir eine unvoreingenommene Aufarbeitung der coronapolitischen Polarisierungen, Übergriffe und Freiheitsverstöße wollen, müssen Grenzüberschreitungen in beiden Debattenlagern in den Blick genommen werden. Und das geschieht in der Regel nicht, stattdessen werden die Kritiker der Corona- und Impfpolitik weiterhin einseitig verdächtigt.

Noch heute wird die Debatte über die Coronapolitik aufs Ganze gesehen weiterhin einseitig geführt: In der Regel wird immer auf Kritiker der Corona- und Impfpolitik verwiesen, die in unwissenschaftliche „Querdenkerei“ oder Verschwörungstheorie abgeglitten seien oder sich zumindest nicht deutlich genug davon abgesetzt hätten. Sehr häufig begegnen weiterhin Pappkameraden- und Strohmannargumente, welche die Anliegen der Kritiker verzerren. Äußerst selten sind Stimmen zu vernehmen, die darauf hinweisen, welche Grenzüberschreitungen von den Befürwortern der Corona- und Impfpolitik gemacht wurden, beispielsweise durch die Legitimierung von Grundrechtseingriffen, die Diffamierung Andersdenkender oder auch durch eine naive Wissenschaftsgläubigkeit und einen säkularisierten Heilsglauben an Impfversprechen, die von vornherein wissenschaftlich unseriös waren. Forschungsfragen, die unvoreingenommen zu klären wären, liegen auch heute genügend auf dem Tisch, etwa zu den Daten zur Übersterblichkeit in Coronazeiten und deren Ursachen.Ethisch gab es Stimmen für eine auf Zwang und Ausgrenzung setzende Impfpolitik, die einem platten Utilitarismus folgten, den man in anderen Fällen sofort als unwissenschaftlich zurückgewiesen hätte. Mit der Rede von unumstößlichen „Fakten“ und „Faktenchecks“ ist mir in der Corona- und Impfpolitik viel zu oft auf unsachliche Weise Politik gemacht worden. Doch sollten wir wissen: Wissenschaft ist immer nur der letzte Stand des Irrtums. Wissenschaft hat sich durch seriöse Forschung Autorität zu erarbeiten.

Netzwerk Wissenschaftsfreiheit: An der Universität auch über sensible Themen frei reden

Pressemitteilung des Netzwerkes Wissenschaftsfreiheit:

Das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit verurteilt die erzwungene Absage des Vortrags des Psychoanalytikers Prof. Dr. Bernd Ahrbeck zum Thema Transsexualität am Lehrstuhl für Pädagogik bei Lernbeeinträchtigungen der Universität Würzburg als Ausdruck von Cancel Culture und sieht darin eine Verletzung der Wissenschaftsfreiheit. Vorangegangen war eine emotionale, konzertierte Kampagne des „Referat Queerfeminismus“, der Grünen Hochschulgruppe und des studentischen Vertreters im Senat, Phillip-Daniel Schmoll, sowie weiterer Aktivisten. Der Gastredner wurde dabei persönlich verunglimpft und diffamiert. Die Universität muss eine Stätte des freien argumentativen Austausches auch und gerade über sensible Themen bleiben!

Neuerscheinung: Sonderheft für alle, die sich für eine Lehrtätigkeit in der Erzieherausbildung interessieren

Lehrkräfte an Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik sind gesucht. Ein neues Sonderheft der Zeitschrift PädagogikUNTERRICHT will Interesse für dieses Arbeitsfeld wecken. Das Heft richtet sich an Studierende, angehende Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst oder weitere Interessierte, die sich über eine Lehrtätigkeit in der Erzieherausbildung informieren wollen:

Axel Bernd Kunze, Carsten Püttmann (Red.): Gelingende Erziehung reflektiert praktizieren (= PädagogikUNTERRICHT, Sonderheft 2023: Unterrichten an Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik), hg. v. Verband der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen (VdP), Wesel 2023.

Das Heft steht auf den Seiten des Bundesverbands evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik (BeA) zum kostenlosen Download zur Verfügung:

Zwischenruf: Paulskirche ohne Burschenschafter

Wer darf die Frankfurter Paulskirche nutzen, wer nicht? Im aktuellen Jubiläumsjahr wollten auch die Burschenschaften der Demokratiebewegung von 1848 mit einem Festakt an historischer Stätte gedenken – kein Wunder. Schließlich wird die Paulskirchenversammlung nicht ohne Grund auch als „Burschenschafterparlament“ bezeichnet. Die Stadt Frankfurt war mit diesem Ansinnen überfordert – und eierte herum. Am Ende fiel der burschenschaftliche Festakt der politischen Korrektheit zum Opfer und wurde abgesagt. Selbst die einstmals bürgerliche „Zeitung für Deutschland“ namens F.A.Z. hält das Verhalten der Stadt in diesem Fall für peinlich. Doch der Vorgang ist keinesfalls ein Einzelfall.

Unsere Staatsorgane haben schon in den zurückliegenden Jubiläumsjahren (2015: 200  Jahre Urburschenschaft, 2017: 200 Jahre Wartburgfest, 2022: 100 Jahre Lied der Deutschen als Nationalhymne) die burschenschaftlichen Wurzeln der deutschen Einigungsbestrebungen und Nationalstaatsgründung verleugnet. Das wiegt umso schwerer, als mit Flagge und Hymne sich mindestens zwei zentrale Staatssymbole diesen burschenschaftlichen Wurzeln verdanken. Aber es zeigt einmal mehr, wie wir mit Tradition, Geschichte und Identität unseres Staates umgehen. Es bleibt ein Trauerspiel. 

https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/praezise-regeln-fuer-vermietung-der-paulskirche-noetig-18963343.html

Rezension: Ist Wokeness der neue Tugendterror?

Die Debatte um „Wokeness“ und „Cancel Culture“ geht weiter – auch hierzulande. Sebastian Sigler, Journalist und Historiker, bespricht aktuell folgenden Titel:

Alexander Marguier, Ben Krischke: Die Wokeness-Illusion – Wenn Political Correctness die Freiheit gefährdet, Freiburg i. Brsg./Basel/Wien 2023, 127 S., geb., ISBN 978-3-451-39556-7, 16 Euro.

Die Rezension findet sich unter folgendem Link:

Neuerscheinung: Bildungsethische Gedanken zu einer pädagogischen Ethik des Digitalen

„Bildungsethisch soll am Ende die Hoffnung stehen, dass die vorstehenden Elemente einer erneuerten Kultur in digitalen Zeiten politisch keineswegs folgenlos bleiben werden. Eine erneuerte Ethik, die sich an einem substantiellen Bildungsbegriff orientiert und auf die Selbstbestimmung des Einzelnen setzt, wird auch eine erneuerte Kultur politischer Auseinandersetzung fördern, eine Kultur der verbindlichen, präsenten, vertieften, am Subjekt orientierten Kultur des öffentlichen Diskurses – auch und gerade in digitalen Zeiten. Beginnen wir das Gespräch darüber.“

Auszug aus:

Axel Bernd Kunze: Die Tugend der Mäßigung – bildungsethische Gedanken zu einer pädagogischen Ethik des Digitalen, in: Glaube + Erziehung 75 (2023), H. 3, S. 6 f.

Gedenken: 90. Todestag des Bamberger Widerstandskämpfers Willy Aron

Der Arbeitskreis der Studentenhistoriker erinnert anlässlich des neunzigsten Todestages an den jüdischen Waffenstudenten, Widerstandskämpfer, Juristen und Sozialdemokraten Willy Aron, der als erstes zum Opfer des Nationalsozialismus wurde und im KZ Dachau umkam:

Volksbegehren: „Stoppt Gendern in Baden-Württemberg“ nimmt erste Hürde

Das Volksbegehren „Stoppt Gendern in Baden-Württemberg“ hat die erste Hürde genommen und rund 15.000 Unterschriften aus nahezu allen Gemeinden des Bundeslandes im Südwesten zusammengetragen – in der Hoffnung, dass auch alle Unterzeichner das amtliche Formblatt zur Prüfung der Wahlberechtigung ordnungsgemäß ausfüllen und einreichen.

Die Initiatoren schreiben: „Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, der Erfolg der Initiative „Stoppt Gendern in Baden-Württemberg“ hängt jetzt davon ab, dass wir in den nächsten Wochen mindestens 10.000 gültige amtliche Stimmzettel erhalten. Wir hoffen, dass alle, die sich elektronisch registriert haben, auch diesen Schritt mit uns gehen und bitten Sie herzlich um Ihre weitere Unterstützung. Unsere deutsche Sprache ist es wert.“

Weitere Informationen zum Volksbegehren finden Sie hier: