Christus resurrexit. Alleiua.

Matthias Grünewald (Isenheimer Altar).

Wir staunen über das, was Gott an Ostern bewirkt hat. Dabei geht es nicht um ein ungläubiges Staunen, sondern um ein sehnsuchtsvolles Sichausstrecken in Richtung der immer noch größeren Möglichkeiten Gottes. Christen leben in der Gewissheit, dass die Fragen unserer menschlichen Existenz in Jesus Christus eine Antwort gefunden haben. Diese Gewissheit überwindet den bohrenden, zersetzenden Zweifel. Diese Gewissheit ist aber kein Wissen, das unseren Blick verengt und unser Herz hochmütig werden lässt. Wir haben – wie Thomas – den Auferstandenen gefunden. Diese Erfahrung gibt Sicherheit, aber wir können sie nicht einfach festhalten. Diese Erfahrung trägt vielmehr eine Verheißung in sich und eine Sehnsucht, die unser Begreifen und Sinnen übersteigt.

Der Apostel Thomas durfte das spüren. Jesu Wunden waren nicht umsonst. Jesu verklärte Wunden leuchten im Licht von Ostern wie Edelsteine und strahlen jene Verheißungen Gottes wider, die unser Leben groß machen. Aus Jesu geöffneter Seite strömt uns das neue Leben zu, das an Ostern begonnen hat und das sich dereinst in Gottes Ewigkeit vollenden wird. Dies dürfen wir heute feiern. In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten, gesegneten Sonntag.

(aus: Axel Bernd Kunze, Der erste und der achte Tag [Lesejahr A. Zweiter Sonntag der Osterzeit – Weißer Sonntag], in: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen 3/2017, S. 377 – 392)

Wir wünschen allen Lesern und Leserinnen von „Bildungsethik“ eine gesegnete österliche Festzeit.

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