Rezension: Gedenkschrift für Harald Lönnecker

Auf den Internetseiten der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung findet sich eine Rezension zur Gedenkschrift für den bekannten Studentenhistoriker und Burschenschafter Harald Lönnecker, die im Juni im Rahmen des Deutschen Burschentages in Eisenach vorgestellt wurde – unter dem Titel: Wahrheit, Muth und Kraft!

https://www.burschenschaftsgeschichte.de/gfbg_pub.php

Axel Bernd Kunze: „Die Jugend ist in Ehrfurcht vor Gott … zu erziehen.“ Oder: Braucht das öffentliche Leben noch Religion?, in: Christian Oppermann (Hg.): „Wahrheit, Muth und Kraft!“. Gedenkschrift für den Historiker, Archivar und Burschenschafter Professor Dr. Dr. Harald Lönnecker (Darstellungen und Quellen zur Geschichte der deutschen Einigungsbewegung im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert; XXIV), Heidelberg: Universitätsverlag Winter 2025, S. 677 – 696.

Zwischenruf: Der lange Schatten von Corona – oder: Was Corona mit der gescheiterten Richterwahl zu tun hat

Immer stärker greift ein soziales Freiheitsverständnis Raum, das die Grundregel einer freiheitlichen Gesellschaft auf den Kopf zu stellen droht: Erlaubt ist nicht mehr alles, was nicht verboten ist, sondern vielmehr wird Freiheit zugeteilt. Interessant ist, dass heute in der WELT vom 17. Juli 2025 Plagiatsjäger Stefan Weber in einem Gastkommentar einen Zusammenhang zwischen den „Plagiatsvorwürfen“ gegen Frauke Brosius-Gersdorf und ihrer freiheitsfeindlichen Haltung in der Impffrage herstellt. Ich lasse jetzt mal außen vor, ob die Plagiatsvorwürfe entkräftet sind oder Herr Weber zu recht an seinem Vorwurf festhält – das ist eine andere Debatte. Ich lasse auch außen vor, ob die Plagiatsjäger immer lautere Motive haben. Stefan Weber schreibt in seinem Gastkommentar, dass die vorerst gescheiterte Richterkandidatin nicht nur eine freie Impfentscheidung angesichts unzureichend getesteter neuer Impfverfahren für rechtmäßig hielt, sondern auch noch forderte, dass ungeimpft Erkrankte eine finanzielle Strafe für ihr sozialfeindliches Verhalten zahlen sollten. Lassen wir mal außen vor, ob eine Erkrankung in diesem Fall wirklich durch Impfverweigerung wahrscheinlicher wird – hieran müssen Zweifel erlaubt sein. Am Ende jedenfalls schreibt Weber in seinem Kommentar: „Wichtiger ist, dass sich in den Schriften von Brosius-Gersdorf ein Menschenbild offenbart, das zumindest mir das Blut in den Adern gefrieren lässt.“ Weniger pathetisch ausgedrückt: Auch die Wissenschaft hätte guten Grund, ihre Ethik zu reflektieren und ihre Verfehlungen in der Coronazeit aufzuarbeiten. Aber auch das wird nicht passieren, so lange Kempen, Drosten und Co. als ehrenwerte Preisträger für Wissenschaftsfreiheitspreise und Hochschullehrerehrungen gelten. Wissenschaft ohne Ethik verkommt zur bloßen Technik. Wissenschaft ohne saubere Methodik verkommt zur Moralisierung. Wissenschaft braucht beides. Ich möchte mir meine Freiheit nicht nach Gutdünken und Zeitgeist zuteilen lassen – weder von Wissenschaftlern noch von Politikern.

Zwischenruf: Es geht nicht allein um Corona, sondern um unser Freiheitsverständnis

Die geplante Enquetekommission des Deutschen Bundestages zur Aufarbeitung der Coronapolitik wird an der einen oder anderen Stelle feststellen, dass Maßnahmen falsch waren, aber in der Gesamtbetrachtung wird man die Coronapolitik angesichts der „großen Herausforderungen“ durchwinken und erklären, man müsse daraus Schlüsse für künftige Großereignisse ableiten – die dann wieder in derselben Spur bleiben. Einen Willen zu echter Aufarbeitung und Aussöhnung ist nicht zu erkennen, wenn ja sich die Vorabstatements ansieht. Weder politisch noch gesellschaftlich. Dafür sitzen weiterhin die Verantwortlichen an den Schalthebeln der Macht. Dafür dürfen sich sich akademische Verfechter der Coronapolitik wie Herr Kempen, Herr Drosten oder die BioNTechgründer sich weiterhin ihrer Positivpreise für Wissenschaftsfreiheit oder ihrer Hochschullehrerpreise erfreuen.

Und damit sind wir bei einem weiteren Grund, warum die durch die Coronapolitik verursachte gesellschaftliche Spaltung weiter andauert: Wir brauchen eine Diskussion über unser Freiheitsverständnis. Die freiheitsfeindlichen Entscheidungen in der Coronapolitik sind die Spitze eines Eisbergs, der aus einem sozialen Freiheitsverständnis besteht. Die Freiheit wird politisch, wissenschaftlich und gesellschaftlich zunehmend sozial und institutionell gebunden umgedeutet. Nicht mehr die Integrität des Einzelnen steht im Vordergrund. Das Individuum wird zur Verfügungsmasse von Funktionären und Institutionen. Freiheit ist nicht mehr ursprünglich mit der Menschenwürde gegeben, sondern wird zugeteilt. Freiheit genießt, wer sich wohlverhält und anpasst. Freiheit wird zur Passgenauigkeit zwischen Individuum und Sozialstruktur, eine Widerständigkeit des Subjekts ist nicht mehr vorgesehen. Akademisch ist eine solche Umdeutung des Freiheitsverständnisses und der damit zusammenhängenden Grundrechte schon seit mehr als zwei Jahrzehnten zu beobachten. Mittlerweile hat es sich in den Parteien durchgesetzt.

Und die einzige Partei, die noch dagegen aufbegehrt, soll am besten verboten werden. Bleibt am Ende noch die Frage, wer eine solche Enquetekommission leiten und wer ihr angehören soll. Seien wir uns sicher: Man wird schon von vornherein dafür sorgen, dass die Kommission in der Spur des immer enger werdenden, noch zugelassenen Meinungskorridors der vermeintlich gesellschaftlichen Mitte bleiben wird.

In memoriam: Ministerialrat a. D. Hugo Schrepfer verstorben

Und wenn ich einst gestorben bin,

legt mich in Totenschrein.

Ein braver Bursch, der ich gelebt,

will ich im Tode sein.

Die Leipziger Burschenschaft Alemannia zu Bamberg nimmt Abschied von ihrem Bundesbruder

Ministerialrat a. D. Hugo Schrepfer

Träger des Ehrenbandes und Ehrenvorsitzender des Verbands Alter Herren der Leipziger Burschenschaft Alemannia zu Bamberg

* 25. April 1931            + 9. Juli 2025

Der Verstorbene war im Wintersemester 1955/56 Wiedergründungsbursche unseres bur­schenschaftlichen Lebensbundes an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen gewe­sen. Später unterstützte er aktiv die Wiedergründung seiner lb. Alemannia in der noch jungen Universitätsstadt Bamberg. Der Verstorbene war eine tragende Säule unseres Bundeslebens und hat sich auch als Vorsitzender des Verbands Alter Herren engagiert. Seine bundesbrüderliche Treue und sein burschenschaftliches Vorbild werden uns unvergessen bleiben.

R. I. P

BeA: TPS gibt Ausbildungsthemen künftig mehr Raum

Der Bundesverband evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik (BeA) hat in der laufenden Amtsperiode des Vorstands eine Kooperation mit der Fachzeitschrift TPS – Theorie und Praxis der Sozialpädagogik aufgebaut. Koordiniert wird die Kooperation auf Verbandsseite durch Herrn PD Dr. Axel Bernd Kunze, pädagogisch-didaktischer Schulleiter der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt und Mitglied im BeA-Vorstand. Die Zeitschrift hat evangelische Wurzeln und erscheint heute bei Klett-Kita.

Starke Fachmedien sind für den BeA ein wichtiges Instrument, zum einen verbandspolitische Positionen in die Fachöffentlichkeit zu tragen und zum anderen einen hohen Stand an Qualität und Professionalität in den sozialpädagogischen Ausbildungen zu sichern. TPS richtet sich mit allgemeinverständlichen Beiträgen an ein breites Publikum aus dem Feld der Elementarbildung und Kindertagesbetreuung.

Die Chefredaktion von TPS möchte künftig Ausbildungsthemen stärker in der Zeitschrift verankern und setzt dabei auf Beiträge aus den Mitgliedsschulen des BeA. Zum Auftakt soll das Thema Lernortkooperation verstärkt ins Blickfeld gerückt werden.

Beiträge über zwei Kooperationsprojekte aus der Weinstädter Fachschule sind von der Chefredaktion als Thema angenommen worden. Frau Heike Kraft, Dozentin für Gesundheits- und Ernährungslehre, wird einen Fachbeitrag über ein naturpädagogisches Projekt zum Hochbeetbau verfassen. Herr Christian Werth, Dozent für Ästhetische Bildung, wird einen Fachbeitrag zum Zeltprojekt einbringen. Beide Projekte werden im Rahmen der Lernortkooperation gemeinsam zwischen der Fachschule und dem benachbarten Kinder- und Familienzentrum am Sonnenhang, das demselben Träger angehört, durchgeführt. Auf diese Weise ist es möglich, die Erfahrungen aus den beiden Kooperationsprojekten gezielt auszuwerten und im Rahmen einer größeren Fachöffentlichkeit zur Diskussion zu stellen. Ferner übernimmt die Weinstädter Facshschule damit eine Pilotfunktion innerhalb des BeA und setzt mit zwei Fachbeiträgen einen wichtigen Startimpuls für die verstärkte Kooperation mit TPS, der hoffentlich von weiteren Mitgliedsschulen aufgegriffen werden wird.

In beiden Fällen soll der Schwerpunkt der Fachbeiträge auf der Bedeutung der Kooperationsprojekte für eine gelingende Lernortkooperation liegen: Die Kooperation zwischen Fachschule und KiFaZ, die nicht nur räumlich benachbart sind, sondern auch durch denselben Träger verbunden sind, bietet hierfür sehr gute Voraussetzungen, die mit den Kooperationsprojekten im Rahmen der Lernortkooperation gewinnbringend für beide Seiten genutzt werden soll. Wie dies gelingen kann, welcher Mehrwert dabei jeweils für Fachschule, Praxis und Auszubildende im Rahmen der Lernortkooperation generiert werden kann, wie solche Kooperationsprojekte unter Beteiligung von Pädagogischen Fachkräften, Lehrkräften, Kindern und Auszubildenden didaktisch-methodisch gelingen können und wie eine derart gestaltete Theorie-Praxis-Verzahnung zur Qualitätssteigerung und Professionalisierung im Rahmen der Ausbildung beitragen kann, wird Gegenstand der beiden Fachbeiträge sein.

Neuerscheinung: Gastkommentar zum Kirchenasyl

Der ehemalige SPD-Staatssekretär im Bundesjustizministerium, Christian Lange, ist wegen der Praxis des Kirchenasyls aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Den Anstoß gaben Äußerungen des Flüchtlingsbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschlans, Bischof Christian Stäblein, vom Juni dieses Jahres. Der Sozialethiker und Erziehungswissenschaftler nimmt in einem Gastkommentar für die katholische Wochenzeitung „Die Tagespost“ dazu Stellung:

Axel Bernd Kunze: Kirchenasyl: keine höhere Moral. Für Verantwortungs- statt Gesinnungsethik, in: Die Tagespost, 78. Jahrgang, Nr. 28 vom 10. Juli 2025, S. 8.

Neuerscheinung: Pädagogische Ethik

Die neue Ausgabe der Zeitschrift PÄDAGOGIKUnterricht (45. Jahrgang, Heft 2-3), der größten Fachzeitschrift für pädagogische Fachdidaktik im deutschsprachigen Raum, beschäftigt sich im Themenschwerpunkt mit Fragen PÄDAGOGISCHER ETHIK. Die Zeitschrift wird herausgegeben vom Verband der Pädagogiklehrerinnen und Pädagogiklehrer (VdP). Dem Wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift gehören an: Prof. Dr. U. Bauer (Univ. Bielefeld), Prof. Dr. K. Beyer (Univ. Köln), Prof. Dr. K. G. Gather (Univ. Paderborn) und PD Dr. A. B. Kunze (Univ. Bonn).

Bildungspolitik: Aktuelle Stellungnahmen des BeA zur Ausbildung Pädagogischer Fachkräfte

Der Bundesverband evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik (BeA) ist der bundesweite Dachverband der evangelischen Fachschulen und Fachakademien und vertritt über 55 Mitgliedsschulen in evangelischer und diakonischer Trägerschaft, an denen jährlich rund 15.000 Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet werden. 

Aktuelle Stellungnahmen des BeA zur Ausbildung Pädagogischer Fachkräfte: 

  1. BeA-Strategie 2030 mit Ausbildungsoffensive Sozialpädagogik, vorgestellt auf der Mitgliederversammlung im März 2025 in Dresden: 

Flyer (Kurzfassung):  

Fassung für politische Entscheidungsträger: 

Fassung für Mitglieder: 

Die BeA-Strategie 2030 wurde vom BeA-Bundesvorstand in Abstimmung mit dem Politischen Beirat des Verbandes erarbeitet. 

Kernziele der „Strategie 2030“ sind die klare Formulierung eines evangelischen Bildungsverständnisses und die Anpassung der Ausbildung an gesellschaftliche Veränderungen wie Digitalisierung, Migration und den Ausbau der Ganztagsbetreuung. Weitere Schwerpunkte bilden die Förderung von Demokratie und Vielfalt, die Integration interkultureller und interreligiöser Bildungsansätze sowie die Unterstützung des lebensbegleitenden Lernens und die Gestaltung flexibler Bildungswege bei Erhalt des Qualifikationsniveaus 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR QN 6).  

  1. „Appell zum Erhalt der Qualität der sozialpädagogischen Ausbildungen und der Qualitätsentwicklung sowie Qualitätssicherung in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe an die Jugend- und Familienministerkonferenz, an die Kultusministerkonferenz, an das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend 

Der BeA trägt den genannten Appell der Diakonie Deutschland vom 26. Mai 2025 mit, der sich gegen politische Deprofessionalisierungsbestrebungen bei den sozialpädagogischen Ausbildungsgängen richtet. Der Appell steht online zur Verfügung:  

  1. BeA-Positionspapier „Betreuung statt Bildung? Ohne uns!“ 

Das Positionspapapier wurde m 24. November 2024 im BeA-Bundesvorstand verabschiedet: 

Gerade mit Blick auf die aktuellen Diskussionen um die Fachkräftegewinnung in der Kinder- und Jugendhilfe und die damit verbundenen Diskussionen rund um die Ausbildungsformate an den Berufsfachschulen als auch mit Blick auf die Diskussionen neuer Zuschnitte der Beschäftigungs- und Entwicklungsperspektiven für Abschlüsse an Berufsfachschulen ist es umso dringender, die Ausbildungswege an Fachschulen und deren Kompetenzen wie Professionalität in den Mittelpunkt zu stellen. 

  1. Interview des BeA-Bundesvorstands mit der Fachzeitschrift „kindergarten heute“ 

Eine wachsende Zahl von Kindern verbringe mehr als fünfunddreißig Wochenstunden in der Kindertagesstätte; die Zahl dieser Kinder sei in den vergangenen zehn Jahren um dreißig Prozent gestiegen – so eine Meldung der „Tagesschau“ vom Januar 2025. Die Nachrichtensendung stützt sich dabei auf neuere Zahlen des Statistischen Bundesamtes. 

Sind Fachkräfte für eine immer längere Betreuung gerüstet?, wurde aus diesem Anlass der BeA-Vorstand durch die Fachzeitschrift „kindergarten heute“ (Verlag Herder, Freiburg i. Brsg.) gefragt. Für den Verband äußerten sich in einem Interview, das in Heft 3/2025 (S. 8) erschienen ist, die beiden Vorstandsmitglieder Axel Bernd Kunze und Daniel Müller. 

Das Interview ist auch online verfügbar: 

BeA: Vorsitzende als Schulleiterin verabschiedet

„Mit einem herzlichen Empfang und bewegenden Worten wurde am 9. Juli 2025 die langjährige Schulleiterin des Berufskollegs der Kaiserswerther Diakonie, Astrid Hofmeister, in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Nach 33 Jahren unermüdlichen Engagements, großer Schaffenskraft und beeindruckender Kreativität in der Leitung des Kollegs übergab sie nun den Staffelstab.“

Weiterlesen: https://www.kaiserswerther-diakonie.de/ueber-uns/presse/aktuelles/presse-detail/2025-07-10-abschied-nach-33-jahren/

Astrid Hofmeister ist zugleich Vorsitzende des Bundesverbands evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik (BeA).