Rezension: Mit Band und Mütze, Stil und Profil

Wer mitspielen möchte, sollte die Regeln kennen. Das wissen wir aus vielerlei Zusammenhängen. In Studentenverbindungen nennt man dieses Regelwerk Comment – viel bemüht und gern zitiert. Aber auch in seinem Sinn verstanden? Der bekannte Studentenhistoriker Bernhard Grün geht in einhundertelf Miniaturen der Entstehung und Entwicklung des couleurstudentischen Comments nach.

Zum Weiterlesen:

Der Rezensent kann eine stilvolle, anregende und unterhaltsame, im besten Sinne: akademische Lesereise versprechen:

Bernhard Grün: Comment-iert! 111 Korporationsstudentische Miniaturen (Die Fuxenstunde & Der Comment), Bad Buchau: Federsee 2024, 248 Seiten, vierfarbig, broschiert, Einzelpreis 19,80 Euro.

Neuerscheinungen: Zehnte Bamberger Zivilcouragerede

Anlässlich des neunzigsten Todestages Willy Arons, der im Mai 1933 im KZ Dachau umgebracht worden war, hielt Axel Bernd Kunze im vergangenen Sommer auf Einladung der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. die zehnte Jubiläumszivilcouragerede unter dem Titel: Freiheit und Zivilcourage. Die Rede ist jetzt veröffentlicht worden in der Reihe Arbeitspapiere der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V., Ausgabe 3/2023, S. 9 – 24.

Das Arbeitspapier 3/2023 dokumentiert darüber hinaus weitere Veranstaltungen aus Anlass des neunzigsten Todestages des Widerstandskämpfers Aron und des zwanzigsten Jubiläums der nach ihm benannten Gesellschaft.

Ferner ist zeitgleich Ausgabe 1/2024 erschienen: Zur Erinnerung an Ernst Strassmann 1897 – 1958.

Weitere Informationen zur Arbeit der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. unter www.willy-aron-de.

Leserbrief: „erstaunlich fertige Antworten“

Die WELT hat heute in ihrer Ausgabe vom 8. Juli 2024 folgenden Leserbrief veröffentlicht (zu: „Die Kirche wird ein Mosaik sein, das bunt schillert“, Die WELT v. 1. Juli 2024):

Kirchliche Ethik, so Daniel Bogner, könne heute nicht mehr „verbindliche Antworten“ und „fertige Lösungen“ vorgeben. Dort hingegen, wo Kirche heute mehr zivilgesellschaftliche Agentur als Glaubensgemeinschaft sein will, verkündet sie in vorletzten politischen Fragen erstaunlich fertige Antworten. Wer politisch anders denkt, wird erst gar nicht zum Katholikentag eingeladen. (Axel Bernd Kunze)

Zwischenruf: Sozialstaat kannibalisiert Grundrechte

Damit war zu rechnen: Karl Lauterbach forderte schon im März eine Widerspruchslösung, jetzt soll dazu eine Bundesratsinitiative kommen (WELT am Sonntag, 7. Juli 2024, S. 5). Die Initiatoren sind nicht bereit, das Nein des Bundestages gegen eine Widerspruchslöung zu akzeptieren. Eine solche sei „zwingend erforderlich“. Freiheitsrechte werden ausgehebelt durch einen Staat, der unter Berufung auf sozial begründete Ansprüche vorbehaltlos in den innersten Kernbereich der Persönlichkeit eingreifen darf. Kurz: Sozialstaat kannibalisiert Grundrechte. Damit setzt sich fort, was schon in der Coronapolitik das Land gespalten hat: ein autoritäres Menschenbild, das eines Rechtsstaates unwürdig sein sollte. Der Staat will eine selbstbestimmte Entscheidung erzwingen, indem er massiv in Grundrechte eingreift. Grundrechtsträger aber ist der Souverän, nicht der Untertan. Anreize für Spendebereitschaft ja, aber unter Beachtung des freien Willens mündiger Bürger. Nicht Jubiläumsreden entscheiden über den Stellenwert des Grundgesetzes, sondern der Umgang mit gravierenden Grundrechtskonflikten im politischen Alltag. Eine Widerspruchslösung verletzt die körperliche Selbstbestimmung und demontiert das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Rezension: „Kirche ist schuldig geworden, gerade auch gegenüber Sterbenden“ …

… ist der Rezensent, Pfr. Dr. Hans-Gerd Krabbe, im Rückblick auf deren Verhalten in der Coronazeit überzeugt. Sein Urteil äußert er sich in einer aktuellen Rezesion des Bandes „Menschenwürde im Intensivstaat?“ für die Initiative „ChristenStehenAuf“:

Hans-Gerd Krabbe (Rez.): „Oleg Dik, Jan Dochhorn, Axel Bernd Kunze: Menschenwürde im Intensivstaat? Theologische Reflexionen zur Coronakrise (Philosophie interdisziplinär; 54), Regensburg 2023“, in:

https://www.christenstehenauf.de/rezension-zu-dem-buch-menschenwuerde-im-intensivstaat-theologische-reflexionen-zur-coronakrise/

Drei Theologen aus dem ›Netzwerk Wissenschaftsfreiheit‹ melden sich mit dem Buch: »Menschenwürde im Intensivstaat?« zu Wort. Pfarrer Dr. Hans-Gerd Krabbe hat es rezensiert
https://www.christenstehenauf.de/rezension-zu-dem-buch-menschenwuerde-im-intensivstaat-
theologische-reflexionen-zur-coronakrise/ In dieser Rezension zitiert er u.a. Axel Bernd Kunze mit den Sätzen: »In den coronapolitischen Wertkonflikten sind die Kirchen (und auch die Theologie) diesem Auftrag zu politischer und kultureller Diakonie nicht befriedigend gerecht geworden, was zur Selbstbesinnung und Umkehr deutlich Anlass geben sollte.« Weiter schreib Krabbe: „Einzugestehen ist: Kirche ist schuldig geworden, gerade auch gegenüber Sterbenden, die allein gelassen wurden und einsam verstarben / gerade auch, wenn Teilnehmerlisten für Bestattungsanlässe vorab im Rathaus oder im Friedhofsamt eingereicht werden mussten“ und er endet mit den Fragen: „Braucht es in einer gesunden Demokratie nicht sog. Querdenker im Unterschied zu den im Mainstream angepassten Zeitgenossen? … Und könnten es nicht gerade im positiv gemeinten Verständnis eben solche Querdenker sein, die ein aufmerksames, wachsames, kritisches, loyales Pendant bilden zu den politisch, wirtschaftlich, sozial, kulturell Verantwortlichen in der Gesellschaft?… Solche Staatsbürger zu deklassieren, schadet einer Gesellschaft, die sich demokratisch verstehen will…“
(aus: ChristenStehenAuf, 15. Rundbrief vom 5. Juli 2024, S. 13)

Neuerscheinung: Identität als pädagogische Herausforderung

… so der Titel der aktuellen Ausgabe 2-3/2024 der fachdidaktischen Zeitschrift PÄDAGOGIKUnterricht. Die Zeitschrift wird herausgegeben vom Verband der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen e. V. (VdP). Dem Wissenschaftlichen Beirat gehören an: Prof. Dr. U. Bauer (Univ. Bielefeld), Prof. Dr. K. Beyer (Univ. Köln), Prof. Dr. K. G. Gather (Univ. Köln) und PD Dr. A. B. Kunze (Univ. Bonn).