Gedanken zum Festtag: Fronleichnam

Bone pastor, panis vere,
Jesu, nostri miserere,
Tu nos pasce, nos tuere,
Tu nos bona fac videre
In terra viventium.

(Thomas v. Aquin, 1264, Fronleichnamssequenz)

Pralinen und eine Flasche Wein waren in Bamberg der alljährliche „Preis“ zu Fronleichnam für einen Fensterplatz am Prozessionsweg, erinnert sich die Volkskundlerin Hottelmann-Schmidt an ihre Jugendzeit. Noch heute ist Bamberg für seine prächtige Fronleichnamsprozession bekannt. […]Fronleichnam wird nur dann überzeugend gefeiert werden können, wenn das Fest eingebettet ist in eine zeitgemäße eucharistische Frömmigkeit, die auch das Jahr hindurch das Leben der Gemeinde prägt – beispielsweise eine würdig gestaltete Kommunionspendung oder regelmäßige Gebetsstunden vor dem Allerheiligsten. Die Frage nach der Bedeutung der eucharistischen Gegenwart für das Leben der Gemeinde, geht über die Vorbereitung des Fronleichnamsfestes hinaus und wäre wert, vom Pfarrgemeinderat weiter verfolgt zu werden – auch dann, wenn die Prozessionsaltäre für dieses Jahr wieder auf dem Speicher des Pfarrhauses verstaut sein werden.

(Auszug aus: Axel Bernd Kunze: Pralinen und Wein für einen Fensterplatz, in: Heinrichsblatt, 113. Jg., 11. Juni 2006, S. 28)

Allen Lesern und Leserinnen von „Bildungsethik“ wünsche ich einen gesegneten Fronleichnamsfesttag.

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