„Theologische Reflexionen zur Coronakrise legen Axel Bernd Kunze und seine beiden Mitautoren Oleg Dik und Jan Dochhorn vor: Sie fragen nach der ‚Menschenwürde im Intensivstaat‘ und fragen nach Bedingungen für eine gesellschaftliche Versöhnung. […] GKP-Mitglied Axel Bernd Kunze behandelt das Paradox, dass wir nach Zeiten der Staatsvergessenheit mit der Coronakrise unversehens mit einem Intensivstaat zu tun hatten (und zunehmend weiter haben).“
Rezension zu: Oleg Dik, Jan Dochhorn, Axel Bernd Kunze: Menschenwürde im Intensivstaat? Theologische Reflexionen zur Coronakrise (Philosophie interdisziplinär; 54), Regensburg 2023, 258 Seiten, 32 Euro, in: GKP-Informationen. Mitgliederzeitschrift der Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und Publizisten Deutschlands 41 (2024), H. Februar, S. 18.
Das Alemannenhaus gegenüber der Ottokirche ist durch die schwarz-rot-goldene Fahne an der Straßenseite deutlich zu erkennen. Das Haus, das die Bamberger Burschenschaft 1999 erworben hat, ist Mittelpunkt des Verbindungslebens und Wohnheim zugleich. Zum Wintersemester konnte eine umfassende Hausrenovierung abgeschlossen werden.
(Foto: D. Maldoner, Alemannenhausbesitzerverein)
Zum einen wurde der Veranstaltungsraum im Erdgeschoss, in der Studentensprache Kneipsaal genannt, vergrößert, indem Küche und Sanitäranlagen in das Hinterhaus verlegt wurden. Zum anderen wurde das darüberliegende Wohnheim saniert und der Brandschutz den aktuellen Erfordernissen angepasst. So musste im Innenhof ein zusätzlicher Fluchtweg über eine Wendeltreppe geschaffen werden. Die Bamberger Alemannia bietet in ihrem Haus günstigen Wohnraum für 6 Studenten an. Finanziert wird das Alemannenhaus mit seinen Wohnheimzimmern durch die Alten Herren, so heißen die Mitglieder der Verbindung, wenn sie ihr Studium abgeschlossen haben.
„Wer bei uns einzieht“, erläutert Alexander Meier, Diplomwirtschaftsinformatiker und Vorsitzender des Verbandes Alter Herren, die Idee von Studentenverbindungen, „findet gleich zu Studienbeginn eine verlässliche Gemeinschaft, die ein Leben lang hält.“ Dadurch werde der Studieneinstieg erleichtert, erklärt Meier weiter. Eine Verbindung ermögliche schnell Freundschaften am neuen Studienort und biete wichtige Unterstützung in der neuen Lebensphase.
„Der vergrößerte Kneipraum bietet künftig bessere Möglichkeiten für Verbindungsveranstaltungen, etwa für wissenschaftliche Abende oder die regelmäßigen Kneipen zum Semesterbeginn und Semesterende, zu denen viele Alte Herren an ihren ehemaligen Studienort zurückkommen“, ist Meier überzeugt. Ein solches Bauprojekt ehrenamtlich zu stemmen, sei eine Herausforderung. Doch habe es dabei eine sehr gute Kooperation mit der Stadt Bamberg gegeben, lobt der Altherrenvorsitzende. Feierlich übergeben wurde der vergrößerte und frisch renovierte Kneipsaal am 3. Februar 2024 mit der feierlichen Abschlusskneipe zum Ende des Wintersemesters.
Die Leipziger Burschenschaft Alemannia zu Bamberg wurde ursprünglich 1861 in Leipzig gegründet. Sie ist eine christliche, nichtschlagende Burschenschaft unter dem Wahlspruch „Gott, Freiheit, Vaterland“. Ihr gehören Studenten und Alte Herren unterschiedlicher Fakultäten und Disziplinen an.
Axel Bernd Kunze bespricht in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Publik -Forum“ (Nr. 2/2024 vom 26. Januar 2024, S. 57) den Essay „Alles und nichts sagen“ von Eva Menasse (Kiepenheuer & Witsch, 188 Seiten, 22 Euro):
„Menasses Essay will aufzeigen, wie dringend es wäre, wieder zum rechten Maß der Debatte zurückzufinden – denn es steht viel auf dem Spiel, sollte die freie Gesellschaft dem digitalen Stress zum Opfer fallen. Ihr Rat: Bleibe du selbst, selbstkritisch, unbeirrt gegenüber den digitalen Machtansprüchen. Dies könnten zum pädagogischen Programm nicht für, sondern angesichts der Digitalisierung werden.“
Mit dem morgigen Fest Darstellung des Herrn – oder auch: Mariä Lichtmess – endet die Weihnachtszeit. Der Tag erinnert daran, wie Jesus vierzig Tage nach seiner Geburt in den Tempel gebracht wird, dem jüdischen Gesetz folgend. Dabei kommt es zur Begegnung mit Simeon und Hanna. Simeon wird über das Kind sagen: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie Du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“ Die Kirche betet diese Worte Abend für Abend im Nachtgebet. In Erinnerung an diese Worte werden am 2. Februar Kerzen gesegnet. Sie erinnern an Jesus, das Licht der Welt.
Allen Lesern und Leserinnen einen gesegneten Lichtmesstag!
(Hans Memling: Darstellung Christi im Tempel, um 1463)
„Simeon und Hanna stehen für die Gerechten im Volk Gottes, die an die alten Verheißungen Israels geglaubt und auf das Kommen des Messias gewartet haben. Ein Gerechter ist im Alten Testament, wer aus einer lebendigen Beziehung zum Wort Gottes lebt, der „Freude hat an der Weisung des Herrn“, wie es im Psalm 1 heißt. Wer als Gerechter lebt, verlässt sich auf Gottes Verheißungen und richtet sein Leben an der Schrift aus. Er setzt seine Hoffnung voll und ganz auf Gott und vertraut sich seiner Treue an.
An Simeon und Hanna können wir ablesen, was dies bedeutet: Beide sind gerecht und fromm – sie leben aus dem Wort Gottes. Dies meint nicht, die Schrift als ein Regelwerk zu nehmen, an das man sich kleinlich und zwanghaft zu halten habe. Es meint, die Schrift aus einer persönlichen, liebenden Hinwendung zu Gott her zu lesen und zu verstehen.
Und aus dieser Haltung heraus, erkennt Simeon eine Verheißung, die Gott für die Zukunft noch Größeres zutraut, als seine Treue bereits getan hat. Simeon wartete auf die Rettung Israels, heißt es im heutigen Evangelium.
Es ist derselbe Geist Gottes, der Simeon zur prophetischen Lektüre der Schrift ermutigt und der ihn nun, da sich die Zeit erfüllen soll, in den Tempel führt. Und er erkennt: In diesem Kind erfüllt sich die Schrift. Gottes Verheißungen erweisen sich als gültig.
Simeon, der Gerechte, ist ein prophetischer, wir können auch sagen: ein geistlicher Mensch. Als ein Hoffender ist er offen geblieben für Gottes Anruf. Er rechnet mit dem Heilshandeln Gottes in der Gegenwart. Dies drückt sich in seinem Lobpreis aus, den uns Lukas überliefert.
Der Lobgesang Simeons verwendet Worte des Propheten Jesaja. Diese machen zwei Dinge über dieses Kind deutlich: Zum einen wird Jesus in die Verheißungen seines Volkes gestellt, indem er mit dem Gottesknecht im Buch Jesaja identifiziert wird. Dessen Sendung hat etwas Universales; sie geht, wie Jesaja deutlich macht, über Israel hinaus und beinhaltet eine Heilszusage an alle Völker. Zum anderen geht es um ein Trostwort an Israel: Die Herrlichkeit Gottes kündigt dem verängstigten Volk sein rettendes Eingreifen an.
Dies bestätigt sich noch einmal in Hannas prophetischer Verkündigung.
Was Simeon und Hanna geglaubt haben, erfüllt sich in diesem Kind. Jesus lebt nicht allein aus dem Wort der Schrift, er ist das lebendige Wort Gottes selbst. Und dieses Wort fordert zur Entscheidung heraus. Und diese Entscheidung kann schmerzlich sein. Die Befreiung, die dieses Kind bringt, ‚kostet den Schmerz des Kreuzes‘, schreibt Benedikt XVI. in seiner Jesustrilogie über die Vorhersage Simeons.
Der Glaube an dieses Kind ist keine Ideologie. Denn Glaube ist kein nacktes Gerüst aus Glaubenssätzen und Theorien. Es geht um eine lebendige Beziehung. Und eine solche Beziehung verlangt den Einsatz der ganzen Person. Der Christ muss sein Leben und seine Taten aus der lebendigen Beziehung zu Gott und seinem menschgewordenen Wort bedenken und reflektieren – so wie Simeon und Hanna es getan haben, als Gerechte, die an Gottes Verheißungen festgehalten haben.“
(aus: Axel Bernd Kunze, in: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen, 1/2020)
Am 27. Januar 2024 verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit der auch bundesweit bekannte Bonner Stadtdechant und Münsterpfarrer. Dr. Wolfgang Picken war zuvor in Bad Godesberg tätig, in Anlehnung an das italienische Vorbild wurde er „Bonn Camillo“ genannt. Der Theologe und promovierte Politikwissenschaftler war streitbar und schwungvoll, zupackend und glaubensstark. Seine geistliche Tiefe zeigte sicht nicht zuletzt in seiner Rolle als Sterbebegleiter. Nun hat er selber viel zu früh sein Leben in Gottes Hände zurückgeben müssen. Bonn und das Erzbistum Köln verlieren einen theologisch wie geistlich überzeugenden Priester. Wer häufiger im Bonner Münster zu Gast war, wird seine würdige Feier der Liturgie und seine gehaltvollen Predigten in Erinnerung behalten. Die Trauerfeierlichkeiten beginnen am Samstag, 3. Februar 2024, um 10 Uhr im Bonner Münster.
Herr, gib ihm die ewige Ruhe. Und das ewige Licht leuchte ihm. Amen.